Senda Sursilvana – Höhenwanderung in der Surselva

Höhenweg Senda Sursilvana
Foto: Pixabay.com

Der erste Abschnitt der Höhenwanderung Senda Sursilvana


Senda Sursilvana – Wanderbericht aus meinem alten Blog hierher gerettet. Gewandert Ende September 2013.

Diverse Zeitungen hatten schon Mitte Woche mit grossen Schlagzeilen drauf aufmerksam gemacht: Es erwartet uns das allerbeste Bergwetter! Und es ist ja auch so: Im Altweibersommer ist es in den Bergen einfach am schönsten.

Da ich derzeit die wanderunlustigsten Wanderkollegen überhaupt habe, machte ich mich alleine auf den Weg zum Oberalppass mit dem Vorhaben, mal wieder auf den Pazolastock zu kraxeln.

Auf dem Oberalppass ging es ziemlich lebhaft zu und her. Klar, wer sich gerne in der Natur aufhält und die Berge liebt, war mit Kind und Hund losgezogen. So wimmelte es dann auch von Familien, die das Wochenende in diversen Hütten verbringen wollten. Die machten das richtig! Kinder, deren Eltern so etwas mit ihnen unternehmen, dürfen sich glücklich schätzen. Wieviele wurden wohl an diesem Traumtag durch Einkaufszentren gezerrt oder hockten daheim vor TV oder PC.




Allerdings war ich ja ohne Anhang unterwegs und deshalb darauf eingestellt, alleine und in Ruhe die Bergwelt zu geniessen. Der Pazolastock fiel aus. Ein Blick hinauf machte das schnell klar, es lag noch an zu vielen Stellen Restschnee vom kurzfristigen Wintereinbruch der letzten Woche. Das war mir dann doch für einen Alleingang zu heikel.

Zuerst gönnte ich mir einen Apfelstrudel und eine Tasse Tee und entschloss mich anschliessend, dem Wegweiser „Senda Sursilvana“ zu folgen.

Eine bessere Entscheidung hätte ich echt nicht treffen können. Ca. 3 Stunden traf ich keine Menschenseele und fand mich in einer wundervollen Umgebung wieder, die alles übertraf, was ich an diesem Tag erwartet hatte. Graubünden erobert gerade mein Wanderherz immer mehr.

Die Wanderung startet auf 2044m auf dem Oberalppass, wohin man mit der Bahn oder dem PKW kommt. Sie endet in Sedrun, auf 1441m oder man kann, wie ich es tat, bereits in Dieni die Bahn zurück nehmen. Zwar wäre ich gerne noch die ca 30 Minuten bis Sedrun gewandert, aber dann hätte ich eine weitere Stunde auf meinen Zug warten müssen und war schon relativ spät dran. Obwohl die Wanderzeit in meinem Buch mit etwa 4 Stunden angegeben ist, war ich länger unterwegs. Für die reine Wanderzeit mag die Angabe stimmen. Aber wer will schon durch dieses Bergparadies hetzen? Ich jedenfalls nicht.

So hielt ich einen Schwatz mit einem Murmeltier,

lag ein wenig in der Sonne

und fotografierte diese, für mich komplett neue, Wanderregion ausgiebig.

Die gesamte Strecke führt über gut begehbare Wege und Pfade, ist nirgends gefährlich und auch für Kinder geeignet. Wanderschuhe sollten auf jeden Fall getragen werden! Da es ca. 250m Aufstieg aber rund 850m Abstieg zu bewältigen gibt, sind Trekkingstöcke empfehlenswert.

Auf eine Karte kann gut verzichtet werden, es gibt ausreichend Wegweiser unterwegs und man muss nur hier und da auf die rot-weissen Zeichen achten.

Wenn in der Ferne bereits die Ortschaften Dieni und Rueras und dahinter Sedrun zu sehen sind, läd in Milez eine rustikale Almhütte zur Rast ein. Hier werden neben Getränken Bündner Spezialitäten serviert.

Ich bekam den Tipp, nun nicht der Alpstrasse, sondern einem Wiesenpfad geradeaus zu folgen. So ging der Abstieg rassig schnell und als ich kurz vor Dieni war, sah ich in der Ferne schon meine Bahn rot leuchtend im Anmarsch. So joggte ich die letzten Meter zum Bahnhof und wäre durchaus fit gewesen, noch weiter zu wandern …. leider hätte ich dann den letzten Anschlusszug wohl nicht mehr erwischt.

Die Senda Sursilvana ist etwa 100 Kilometer lang. So nach und nach möchte ich die gerne alle erwandern. Ich denke, das lohnt sich!

Obwohl ich doch recht müde war, gönnte ich mir auf der Heimreise noch eine Busfahrt durch Uri. Als ich in Göschenen den Bus nach Flüelen stehen sah, liess ich den Zug Richtung Arth Goldau ohne mich abfahren und entschied mich für das Postauto. Soviele Wanderwegweiser, denen ich irgendwann schon folgte, sah ich  unterwegs, aber entdeckte auch noch die eine oder andere Strecke, welche ich noch nicht kenne.

Hoffentlich erwartet uns nun ein sonniger Oktober!!!

Herbst 2013

Wer Wanderkollegen sucht und gerne gemütlich unterwegs ist, ist hier richtig: Genusswanderer sind bei uns immer willkommen.

 

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