1000 Treppenstufen in Feldkirch – Rückblick auf unseren Wanderausflug

Blück über Feldkirch
Foto: Sabine Itting

Italienische Gastfreundschaft, Pollensturm und jede Menge Spass

Italienische Gastfreundschaft? Aber es ging doch gar nicht nach Domodossola? Stimmt. Aber lest doch einfach weiter!

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Wenn ein Tag schon so beginnt 😀 … Da steht man an der Bushaltestelle und freut sich auf die Kollegen und den Ausflug nach Österreich, aber der Bus kommt nicht. Dumm gelaufen: Dieses Mal waren wir sonntags unterwegs und ich hatte mich am Samstagfahrplan orientiert. Und nun? Mir war schon bewusst, dass ich den Zug zu Fuss nicht schaffen würde und konnte nur hoffen, dass dieser mal wieder Verspätung hat. Hatte er nicht, aber ich kam trotzdem pünktlich und ohne Stress am Bahnhof an. Mich nahm nämlich ein netter Taxifahrer mit, der nicht mal dafür bezahlt werden wollte. So lieb! Ich hatte ohnehin nur Euro dabei und wenn ich erst noch Franken aus dem Automat geholt hätte, wäre der Zug dann doch ohne mich abgefahren. Das konnte der Taxifahrer aber nicht wissen. Der war einfach nur nett 😊

Am Hauptbahnhof hatte es überraschend wenig Leute, selten erlebt man den Zürcher HB so ruhig. Auch Wanderkollegen waren noch keine da. Die trafen aber so nach und nach ein. Allerdings weniger als erwartet. Macht aber nichts. Wie immer halt: Wer nicht dabei war, hat eine Menge verpasst!!

Burg Gutenberg in Balzers – Aus dem fahrenden Bus fotografiert …

Keinem von uns war bewusst, dass wir so eine lange Busfahrt vor uns haben werden. Nun gab es also eine Fahrt quer durch Liechtenstein. Uns hat das aber sehr gefallen und wir haben schon beschlossen, im Juni nach Liechtenstein zum Wandern zu kommen. Eine Dame im Bus gab uns den Tipp, dass es dann in Malbun besonders schön sein soll. Natürlich habe ich schon mein Wanderbuch aus der Region durchgeblättert und einige Wanderungen in Liechtenstein rausgesucht.

Übrigens: GA, Halbtax und Tageskarten werden bis Feldkirch anerkannt!

Vom Bahnhof Feldkirch läuft man nur wenige Minuten in die schöne Altstadt. Neben dem Dom roch es leicht nach Weihrauch. Mag nicht jeder, aber ich schon. Sehr sogar. Die Ursache für den feinen Duft fanden wir wenig später heraus. Zuerst hatten wir Lust auf österreichische Gastronomie, Kaffee, Apfelstrudel … Diese glaubten wir in der Innenstadt gefunden zu haben. Zwischen wunderschönen mittelalterlichen Häusern standen Tische und Stühle auf der Strasse und so sassen wir bald schon in der Sonne und genossen die schöne Umgebung. Der Genuss schwappte aber gar nicht auf das über, was uns im Restaurant «Rauch Gastronomie» geboten wurde.

Wir können nur jeden abraten, sich ausgerechnet dieses Lokal in Feldkirch auszusuchen!

Klickst du hier für unsere Tripadvisor Bewertung. (So ein Kauderwelsch hatte ich natürlich nicht geschrieben, da ist von einem Satz ein Stück verlorengegangen. Aber macht nichts, die Aussage bleibt gleich.)

 

Fidelisfest Prozession Feldkirch
Foto: Sabine Itting

Nun nochmals zum Weihrauchduft: Es fand in Feldkirch gestern eine Prozession statt. Es war der Gedenktag des Heiligen Fidelis. Auch wenn die eigenartige Serviertochter uns auf meine Frage, was denn gefeiert wird, irgendwas Sinnbefreites vom 1. Mai Umzug erzählte. So viel zum Thema österreichische Herzlichkeit …

Wer sich für die Feierlichkeit interessiert, der findet hier mehr Infos.

Und hier ein kleines Video, welches ich dort gemacht habe:

 

Nun zog es uns fort von diesem ungastlichen Platz, in Richtung Tierpark. Und von da an wurde der Ausflug so richtig schön.

Tierpark Feldkirch, Wildschweine
Ein paar der wenigen Tiere, die wir zu sehen bekamen: Eine Wildschweinmama mit ihren Jungen, Foto: Sabine Itting

Zuerst galt es Hunderte Treppenstufen hinauf zu dem Tierpark Feldkirch zu steigen und das in der Mittagshitze. Ein bisschen ausser Puste kamen wir also schon. Die Tiere hatten sich offensichtlich schattige Plätze gesucht und es waren nur wenige zu sehen. Vom Tierpark aus gibt es schöne Aussichten in die Bergwelt Vorarlbergs und in die Schweiz. Vor allem den Hohen Kasten hatten wir eine Weile im Blick.

Hoher Kasten
Blick zum Hohen Kasten in der Schweiz, Foto: Sabine Itting

Ganz interessant waren die gelblichen Wolken vor den gegenüberliegenden Bergen. Am Abend las ich dann in der Zeitung erstmals den Begriff «Pollensturm».

Pollensturm
Pollensturm, Foto: Sabine Itting

Der Park liegt in einem Wald und ist ideal für Familien mit jüngeren Kindern.

Wir hatten keine Kinder dabei und blieben nicht so lange dort oben, sondern stiegen nach dem Rundweg bald die vielen Stufen wieder hinab.

Insgesamt bewältigten wir gestern rund 1000 Treppenstufen!

Nun war es eigentlich Zeit zum Mittagessen. Nach dem Erlebnis am Morgen ein wenig vorsichtig geworden, fragten wir einen sehr freundlichen, hilfsbereiten Einheimischen, welches Lokal er uns empfehlen könnte. So fanden wir das Highlight unseres Ausflugs, nämlich die Pizzera Rossano, sehr schön am Ufer des Ills gelegen. Wir wurden sehr freundlich begrüsst, aufmerksam bedient und bekamen die beste Pizza, die ihr euch vorstellen könnt! Das alles, trotzdem das Restaurant zu der Zeit sehr gut besucht war. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist top und das ganze Ambiente sehr schön. So fanden wir nicht, worauf wir uns ursprünglich freuten, nämlich österreichische Gastfreundschaft und Küche, sondern italienische. Wir fühlten uns wie in den Ferien. 😊

Auch da habe ich natürlich auf Tripadvisor eine Bewertung abgegeben: klickst du hier.

Foto. Sabine Itting

Am Nachmittag schlenderten wir durch die schönen Gassen und Laubengänge, bestaunten die gepflegten, teilweise bemalten, mittelalterlichen Gebäude, besuchten den Dom und wollten uns abschliessend die in der Nähe des Bahnhofs gelegene Kirche ansehen. Die war allerdings verschlossen. Da sie nur durch einen Friedhof erreichbar ist, endete unser Ausflug nach Feldkirch zwischen den teilweise uralten Gräbern. Vor allem die Grabsteine der Ritter sieht man ja nicht überall, mit ihren Wappen und eingravierten Schriften aus dem 15. Jahrhundert. Das war schon speziell, vor allem für mich, die ich Mittelalterromane verschlinge und mich sehr für diese Zeit interessiere.

Auf der Heimfahrt hatte Paul alles im Griff und wir folgten ihm blind …

… stiegen gefühlte 50mal um und kamen tatsächlich recht schnell am frühen Abend wieder in Zürich an.

Hier gab es unser Zielbier und alle waren übereinstimmend der Meinung, dass es ein sehr schöner Tag war, mal was ganz anderes. So einen gemütlichen Ausflug machen wir sicher wieder. Vielleicht klappt es dann mit Sonne in Domodossola. 😊

Ittinger Bier
Ittinger Bier, Foto: Sabine Itting – nicht mit der Brauerei verwandt 😉

Während ich das schreibe, verabschiedet sich der Sommer vorerst. Es hat deutlich abgekühlt, windet recht fest und nun fängt es auch noch an zu regnen. Wie gut, dass wir gestern nochmals so richtig Sonne getankt haben!

 

6 Kommentare

  1. Genau so war es und es hat Spass gemacht. Ich für meinen Teil war so kaputt das ich schon bald dem Kopfkissen guten Nacht gewünscht habe. Allen eine coole Woche lg Ursula

  2. Hallo Sabine,

    dieser Rückblick hast du super geschrieben und gestaltet, bravo.
    Trotz wenigen negativen Erlebnissen, war das wieder ein gelungener Anlass mit euch, freue mich aufs nächste Mal.

    Gruss an alle
    Hans Peter

    • Dankeschön 🙂 Ich bin direkt ein bisschen stolz. Die Ursache war zwar simple, aber musste erstmal gefunden werden.
      Und jetzt mache ich mich dran, die nächste Wanderung auszuschreiben. Ihr bekommt also heute noch Post von mir.:-D

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