Posted On 22. Juni 2026

Lieblingswanderregion Maderanertal – Rückblick und Fotos von Mai 26

Sabine Itting 0 comments
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Golzernsee, Maderanertal

 

Als ich Paul fragte, ob wir wieder einmal eine Wanderung im Maderanertal ausschreiben wollen, war er sofort dabei. Einerseits kennen wir diese traumhafte Gegend und sind immer wieder gerne dort, andererseits hat es gepasst, weil wir uns aufteilen konnten:

Für die fitten Wanderkollegen gab es eine abwechslungsreiche Wanderung mit einigen Höhenmetern. Diejenigen, die gerade etwas angeschlagen sind, konnten die Seilbahn nehmen. In diesem Fall war ich das 😉 .

Das Maderanertal besitzt etwas, das in vielen bekannten Bergregionen selten geworden ist: Ruhe, Ursprünglichkeit und Natur fernab der grossen Besucherströme. Statt überfüllter Hotspots und Touristenbusse prägen imposante Berge, steile Wiesen, gesunde Wälder und ein glitzernder Bergsee die Landschaft. Über allem liegt eine besondere Atmosphäre, die sich nur schwer in Worte fassen lässt..

Wissenswertes zum Maderanertal

Das Maderanertal im Kanton Uri gilt unter Naturfreunden als eine der schönsten und ursprünglichsten Wanderregionen der Schweiz. Hier finden Wanderer eine selten gewordene Kombination aus Ruhe, alpiner Landschaft und wenig Massentourismus. Gerade deshalb schätzen viele Wanderer die Region als Ort zum Entschleunigen, Abschalten und Auftanken in unverfälschter Natur.

Es war Pfingsten und somit ein Wochenende, an dem sich gefühlt die halbe Schweiz auf den Weg ins Tessin machte. In der SBB-App wurden viele Züge bereits früh als überfüllt angezeigt. Daher entschieden wir uns diesmal für die Anreise mit dem Auto und boten den anderen Teilnehmern gleich eine Mitfahrgelegenheit an. Das Angebot wurde gerne angenommen und die Fahrt nach Bristen verlief entspannt.

Wanderung von Bristen nach Golzern

Nachdem Paul die Parkuhr gefüttert hatte, machte er sich mit den beiden Wanderkollegen, die zum ersten Mal im Maderanertal unterwegs waren, von Bristen aus auf den Weg. Dieser führt dem Tal entlang und dann hinauf nach Golzern. Schon nach kurzer Zeit bietet sich auf dieser Wanderung ein Kaffeestopp im Berggasthaus Legni an. So wie ich gehört habe, liessen sich die Herren das natürlich nicht entgehen. Was die drei danach unterwegs erlebten, kann ich nicht berichten, ich war ja nicht dabei …

Bristen hat eine neue Seilbahn

Wegen einer entzündeten Sehne im Fuss muss ich aktuell pausieren. Die Wanderung im Maderanertal und den Aufstieg nach Golzern hätte ich nie geschafft. Egal, als Ex-Seilbähnlerin war ich sowieso gespannt auf die neue Bahn, die erst seit einer Woche in Betrieb war. Auch wenn das alte rote Gondeli fotogener war, finde ich das neue, leuchtend gelbe interessant. Acht Personen haben weiterhin Platz, genau wie früher. Es handelt sich um eine Von-Rotz-Seilbahn, eine kleine, topmoderne Bahn, die automatisch Türen und Gitter öffnet und schliesst. Nichts mehr mit Kraftsport für die Bähnler, wie an meinem alten Arbeitsplatz.

Und nicht nur das: Auch die Strecke verzaubert mich immer wieder: Blühende Wiesen, weidende Schafe und Kühe, deren Glocken das Musikgedudel vieler Bergbahnen ersetzen, und dazu die Bergwelt, die in alle Richtungen beeindruckt.

Blumenwiesen, Berge und diese besondere Ruhe

Oben angekommen blieb ich erst einmal ein paar Minuten an der Bergstation. Ich wollte erleben, wie das neue Bähnli abfährt, und die Tatsache geniessen, endlich wieder einmal hier inmitten des Urnerlands zu sein. Es sind nur etwa zehn Minuten zu Fuss bis zum Berggasthaus Edelweiss, wo wir seit es das Wanderforum gibt mit der Wirtefamilie befreundet sind. Natürlich freute ich mich schon sehr auf das Wiedersehen.

Für die kurze Strecke von der Bergstation zum Gasthaus brauchte ich recht lange. Das lag nicht an meinem Fuss. Ich machte alle paar Meter einen Stopp: mal für ein Foto, mal wegen einer besonders schönen Aussicht oder einfach, um den Moment kurz zu geniessen. Die blühenden Kräuter und Blumen ringsum liessen mir das Herz aufgehen. Natürlich musste auch Zeit sein, mit den Kühen auf der duftenden, von bunten Farbtupfern gesprenkelten Wiese ein paar „Gespräche“ zu führen. Auch am Wegesrand blühte es in allen Farben um die Wette.

Ich merke immer wieder: Im Maderanertal muss man nichts suchen. Die Ruhe und Schönheit der Landschaft – es ist alles da, was man braucht, um durchzuatmen und sich gut zu fühlen.

Einkehr im Berggasthaus Edelweiss

Obwohl ich so vor mich hin bummelte, erreichte ich das Berggasthaus Edelweiss rechtzeitig zur Mittagszeit. Und genau das ist es, was das Maderanertal und besonders Golzern so speziell macht: Man ist nicht gehetzt, Entschleunigung passiert von ganz allein.

Zur Mittagszeit gab es einen feinen Urner Käsesalat mit Aussicht. Kein Strassenlärm war von Ferne zu hören. Wann habt ihr das zuletzt erlebt?

Wie oft bin ich eigentlich schon dort gewesen? Ich war im Maderanertal auf Tagesausflügen mit Wandergruppen. Manchmal blieben wir ein ganzes Wochenende. Und allein wanderte ich schon einige Male dort, sei es rund um den See oder hinauf zur Windgällenhütte. Es sind Wanderungen und Erlebnisse, die man nicht vergisst.

Golzernsee – der vielleicht schönste Bergsee der Zentralschweiz

Gut gestärkt spazierte ich zum See und atmete ganz tief durch, als ich endlich wieder einmal an seinem Ufer stand. Eigentlich wollte ich den Fuss schonen, doch am Wasser entlang lief es überraschend gut. Also wurde aus dem kurzen Spaziergang doch noch eine kleine Wanderung mit einigen Höhenmetern. (Der Schrittzähler zeigte am Abend immerhin fast 6 Kilometer an. Ich komme also wieder auf die Beine, auch wenn es wohl noch eine Weile dauert, bis wieder tausende Schritte drinliegen.)

Natürlich gönnte ich mir auch ein ausgiebiges Bad – nicht im Wasser, sondern im Wald. Weil Bergwandern für mich an diesem Tag nicht infrage kam, hatte ich stattdessen kostenloses Waldbaden angeboten. Als ausgebildete Kursleiterin für Waldbaden und Stille hätte ich mich gefreut, dieses besondere Naturerlebnis mit anderen zu teilen. Leider meldete sich niemand an, aber die Natur hat sich davon nicht beeindrucken lassen. So genoss ich die Stille und die besondere Atmosphäre eben ganz für mich allein.

Später sass ich noch eine ganze Weile am See und zog schliesslich die Wanderschuhe aus, um im flachen, klaren Wasser meine Ferse zu kühlen.

Diese Ruhe, diese klare Luft: Alles war wie früher. Und dabei kamen viele Erinnerungen hoch. Genau dort entstand im Jahr 2004 die Idee für das Schweizer Wanderforum. Schon 22 Jahre ist das her! Vielleicht erklärt das auch, weshalb das Maderanertal bis heute einen ganz besonderen Platz für mich hat.

Dieser Ort hat eine besondere, kaum beschreibbare Energie, und es gibt nur wenige Plätze, an denen Abschalten so leichtfällt wie dort oben.

Wanderung Maderanertal

Wanderung Maderanertal, Bilder Sabine Itting

Und zurück ins Berggasthaus Edelweiss

Nach rund drei Stunden kamen schliesslich auch Paul und die beiden anderen Wanderer auf Golzern an. Für sie war es, wie schon erwähnt, der erste Besuch im Maderanertal. Die Begeisterung fiel allerdings etwas zurückhaltender aus, als ich es von früheren Gruppen kenne. Aber jeder erlebt Berge und Natur halt anders.

Im Edelweiss sassen wir danach noch gemütlich zusammen – die einen mit einem kühlen Bier, die anderen mit einem Eisbecher –, bevor es gemeinsam zurück zur Seilbahn und hinunter nach Bristen ging.

Ich weiss nicht, wie oft ich an diesem Tag dachte: «Wie schön es doch hier ist!» Diesen Satz habe ich von meiner kleinen Wandergruppe nicht ein einziges Mal gehört. Das war früher ganz anders.

Meine bisherigen Erfahrungen mit Wanderungen im Maderanertal zeigten immer wieder dasselbe: Menschen, die echte Natur schätzen, waren von dieser Gegend oft tief beeindruckt. Einer Teilnehmerin, die sonst regelmässig mit dem Bayerischen Alpenverein unterwegs ist, liefen hier sogar einmal die Tränen über die Wangen, weil sie noch nie zuvor eine Landschaft erlebt hatte, die sie derart berührt hat.

Fazit: Ein Ort zum Abschalten und Auftanken

Für mich bleibt das Maderanertal eine der schönsten Wanderregionen der Schweiz. Nicht wegen spektakulärer Inszenierungen oder touristischer Attraktionen, sondern wegen seiner Ruhe und seiner Ursprünglichkeit.

Fest steht schon jetzt: Das war ganz sicher nicht das letzte Mal in diesem Jahr, dass Golzern auf dem Programm steht. Wahrscheinlich folgen im Spätsommer und Herbst noch ein oder zwei weitere Besuche. Manche Orte eignen sich einfach perfekt zum Entschleunigen, Abschalten und Auftanken, genau das ist das Maderanertal bis heute geblieben.

Wir hoffen natürlich, dass auch unsere Mitwanderer den Tag geniessen konnten, inklusive des entspannten „Shuttleservices“.

Da die Wanderungen vom Schweizer Wanderforum kostenlos organisiert werden, können wir diesen Fahrservice natürlich nicht jedes Mal anbieten. Normalerweise achten wir darauf, dass unsere Wanderziele gut mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar sind.

Gemeinsam unterwegs mit dem Schweizer Wanderforum

Das Schweizer Wanderforum organisiert kostenlose Wanderungen in der ganzen Schweiz – vor allem gemütliche Genusswanderungen, sowohl im Flachland wie auch in den Bergen. Im Mittelpunkt stehen Naturerlebnisse, Gemeinschaft und die Freude am Wandern.
Auch Besichtigungen und Ausflüge planen wir mehrmals im Jahr.
Wer selbst etwas organisieren und hier ausschreiben möchte, darf sich jederzeit gerne melden.

Für alle, die gerne gemeinsam unterwegs sind oder neue Kollegen und Wanderfreunde sucht, finden sich im Schweizer Wanderforum immer wieder abwechslungsreiche Angebote. Aber auch Tourenberichte, Tipps und Inspirationen aus der ganzen Schweiz werden mehr oder weniger regelmässig veröffentlicht, ebenso wie Interessantes und Wissenswertes rund um die Wanderwelt und die Natur.

 

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Sabine Itting

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One thought on “Lieblingswanderregion Maderanertal – Rückblick und Fotos von Mai 26”

  • Liebe Wanderfrauen und Wandermänner
    Gerne habe ich euren Bericht gelesen und noch lieber wäre ich dabei gewesen. Und, da ich das Urnerland liebe, mit Sicherheit mit voller Begeisterung und Wertschätzung.
    Nur kann ich leider solche Ausflüge nicht mehr mitmachen.
    Vielleicht erinnert ihr euch an mich,
    herzliche Grüsse aus Bern, eure Loretta, die noch immer gerne mitliest ☀️

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