Rückblick auf die Erlebniswanderung EmmentalErleben 2019

EmmentalErleben – Erlebniswanderung im Emmental.

Regelmässig wiederkehrende Ereignisse machen uns bewusst, wie schnell doch ein Jahr vergeht. Kaum sind die Schoggiweihnachtsmänner aus den Regalen verschwunden, sitzen die Osterhasen da. Auch der eigene Geburtstag scheint immer öfter stattzufinden. Für Wanderer gibt es ein weiteres Datum, dass einmal jährlich dick im Kalender angekreuzt werden sollte: die Erlebniswanderung, organisiert vom Verein EmmentalErleben.




Erlebniswanderung im Emmental 2019

Tatsächlich war es am 15. Juni 19 schon wieder an der Zeit, die Wanderschuhe zu schnüren und nach Zollbrück zu reisen. Bereits das dritte Mal hatten wir das Vergnügen, diese wunderschöne Region mit ihren aufgestellten Menschen, Traditionen und Produkten zu erleben. Die letzte Emmentaler Erlebeniswanderung war doch erst?! Die Zeit rennt …

Rennen auf den Wanderwegen war dagegen gar nicht angesagt, im Emmental geht es auf und ab und irgendwie schaffen es die Veranstalter auch immer, sommerliches Wetter zu organisieren. Da kommt man ganz schön ins Schwitzen.

Rundwanderung im Emmental

Auch dann, wenn die Wettervorhersage etwas ganz anderes verkündet. Schade für alle, die aufgrund des angekündigten Regens und der angeblichen Gewitter daheim geblieben sind. Es war ein wunderschöner Tag! Regenhosen, Regenjacken und Regenschirme blieben jedenfalls im Rucksack.

Nun aber mal der Reihe nach.

Die Anreise war recht gemütlich, in Bern mussten wir umsteigen und es blieb noch Zeit für einen Kaffee im Bahnhof. Kurz nach 10 Uhr trafen wir in Zollbrück ein, wo uns nicht nur die Sonne erwartete. Es gab auch in diesem Jahr Kaffee und Gipfeli, einen Fototermin und ein Rucksäckli vollgepackt mit nützlichen Dingen und leckerer Verpflegung. Lobenswert: Der Beutel ist aus Stoff und macht richtig was her. Plastikbecher hätte man von daheim mitbringen sollten, denn auch hier sagten sich die Veranstalter: Der viele Plastikmüll passt nicht zu diesem Anlass. Wer ohne Becher anreiste, bekam einen geliehen. So einfach kann es sein, etwas Sinnvolles für die Umwelt zu tun!

Los geht’s – auf zu Posten 1: Schwingen

Und dann marschierten wir los. Nur leicht bergauf, vorbei an blühenden Wiesen, bis wir Posten 1 erreichten: Schwingen.

Unser englischer Wanderkollege, der in den Vorjahren beim Bogenschiessen und Steinstossen brillierte, war schon ganz wild drauf, eine weitere typische Schweizer Sportart auszuprobieren. Bis er dann die Gegner sah … da bekam er schnell kalte Füsse:

Schwingen im Emmental

(Danke, dass ich dieses herzige Foto von der Webseite von EmmtalErleben entführen durfte!)

Da liessen wir uns lieber das Schwingen vorführen und kurz erklären und suchten schon bald das Weite. 😉

Bergauf zu Posten 2: die mobile Käserei

Kein Posten, aber ganz schön unterhaltsam: Die Route führte jetzt bergauf, bergauf und bergauf. Alles jammern und fragen: «WARUM tun wir uns das an, WO ist die Kutsche?» nützte nichts. So richtig fit ist unsere Truppe noch nicht für die kommende Bergsaison, aber wir arbeiten dran 😀 Oben angekommen gab es zur Belohnung eine herrliche Fernsicht. Das Emmental ist wirklich sehr schön!

Wandern im Kanton Bern

Bald erkannten wir die Umgebung von der EmmentalErleben Wanderung 2017. Und endlich kam Posten 2 in Sicht. Dort, wo damals der Hufschmied die Wanderer erwartete, überraschte uns dieses Mal eine mobile Käserei. Es gab ausgezeichneten Käse zum Degustieren, Orangensaft, Wein und interessante Gespräche mit sehr netten Menschen. Und nicht nur das: Hier sah ich nach langer Zeit mal wieder Schwalben. So gemütlich es in der mobilen Käserei von Familie Brechbühl auch war: Wir mussten weiter.

Käse aus dem Emmental

 

Posten 3: Wedelen  (Wede … was???)

Im Wald zwitscherten die Vögel, wie im Zürcher Unterland schon lange nicht mehr gehört und so war der nächste Wegabschnitt ein besonders schönes Naturerlebnis. Schliesslich kamen wir unter einer riesigen, uralten Linde an, wo bei Posten 3 die Kunst des Wedelen gezeigt wurde. Wir hatten davon noch nie gehört und waren etwas ratlos, bekamen aber erklärt, was es mit dem Wedelen auf sich hat. Wieder was gelernt. Es gibt so vieles, wovon man noch nie etwas gehört hat. Sehenswert war wirklich auch die Linde, unter der das Wedelen stattfand.




Ein Ausflug ins mystische Emmental – verzaubert von Posten 4

Bald meldete sich der Hunger und da wir ja schon erfahrene EmmentalErleben-Wanderer sind, wussten wir, dass uns eine riesige Pfanne mit Röschti und Bratwürsten erwartet. Aber wo war die Mittagsrast? Immer noch auf herrlichen Waldwegen ging es weiter, bis wir plötzlich im Wald auf den Lokalhistoriker Hans Minder trafen.

Lokalhistoriker Hans Minder

Nachdem wir fragten ob er uns auch eine Sage erzählen möchte, kam Hans Minder unserer Bitte noch so gern nach und was soll ich sagen: Wir waren begeistert! Er sollte Hörbücher lesen, er macht das wundervoll! Und gelernt haben wir auch bei diesem Posten etwas, nämlich den Unterschied zwischen Märchen und Sagen und was es mit den Zwergen auf sich hat. Man könnte ihm stundenlang zuhören. Aber eben … vor allem unsere Wandermänner waren am Verhungern.

Erstmal essen, dann ein besonderes Vergnügen: Mit der Pferdekutsche durchs Emmental

Die Rettung nahte bald, denn bis zur Mittagsrast war es nicht mehr weit. Während wir uns das Essen schmecken liessen, sahen wir den Kutschen zu, die die Wanderer hier abholten und zum nächsten Posten brachten. Dann waren wir schliesslich an der Reihe. Da ich für diesen Bericht filmen wollte, durfte ich auf dem Kutschbock mitfahren, was sehr weit zurückreichende und sehr schöne Kindheitserinnerungen auslöste. Für mich waren die Pferdedamen Liese und Lotte und die herrliche Kutschfahrt ein Highlight der diesjährigen Emmental-Erlebniswanderung. Mal gemütlich, mal in flottem Galopp erreichten wir den nächsten Posten.

Posten 5 – Verdauungsschnaps und rasante Jeep-Fahrt

Wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual … Bei Posten 5 erwartete uns eine Auswahl an Hochprozentigem. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, eine Schnapsbrennerei zu besichtigen und erst noch zu degustieren? Tja, liebe Kollegen, die ihr zu Hause geblieben seid: Auch das habt ihr verpasst 😀

Hiermit war der erlebnisreiche Tag aber noch lange nicht zu Ende:

Mit dem Jeep durchs Emmental

Nun bestiegen wir einen Jeep vom Jeep Club Emmental, der auch in diesem Jahr wieder mit nostalgischen Fahrzeugen für uns parat stand. Unser Fahrer, der vor uns eine Ladung junger Frauen transportieren durfte, fuhr auch mit uns älterer Generation rassig und sicher zugleich, es hat echt Spass gemacht und war sehr lustig!! 😊

Gesundheit und Wohlbefinden am Posten 6

Es war nun nur noch ein kleiner Fussmarsch zu Posten 6. Hier erwarte uns Drogistin und Kräuterfrau Regula Gerber. Wir wussten bereits aus dem Programm, dass sich jeder seine persönliche Teemischung zusammenstellen darf. Was wir nicht ahnten: Es handelte sich dabei nicht um eine Portion, sondern um ein ganzes Säckli voller Kräuter für viele Tassen Tee. Während ich diesen Rückblick schreibe, geniesse ich auch gerade eine grosse Tasse feinen Emmentaler Kräutertee. Meine Mischung besteht vor allem aus Pfefferminze, Eisenkraut, Melisse und Hibiskus Blüten. Jeder durfte seinen eigenen Wohlfühltee mischen.

Auf der Zielgeraden

Und damit ging die nächste EmmentalErleben Wanderung zu Ende. Aber wie sagte ein Wandersmann, mit dem wir auf den letzten Metern ins Gespräch kamen:

Nach EmmentalErleben ist vor EmmentalErleben!

Am Ziel gab es wieder eine süsse Überraschung und unser Gruppenfoto. Und endlich konnten wir auch mal Monika Roth kennenlernen, mit der ich schon oft Mails getauscht hatte und ohne die wir wahrscheinlich nichts von dieser einmalig schönen Veranstaltung wüssten.

Wir versuchten noch unser Glück bei der Tombola, spazierten über den Markt und kamen fast zeitgleich mit unserem Zug wieder am Bahnhof an.

An alle ein Tipp: Abonniert das Wanderforum, gebt EmmentalErleben ein Like auf Facebook, verpasst keine Ankündigungen … und seid das nächste Mal auch dabei. Es lohnt sich!!

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei:

  • den Veranstaltern von EmmentalErleben.
  • den Jungs vom Schwingklub Langnau für das Vorführen ihres Sports.
  • Familie Brechbühl von der mobilen Käserei für die Bewirtung und interessanten Gespräche.
  • Christian Fiechter, der uns das alte Handwerk des Wedelens vorführte.
  • Natürlich auch bei Lokalhistoriker Hans Minder, der uns so zauberhaft in die Welt der Zwerge entführte und dem wir hätten stundenlang zuhören können.
  • Hans Bärtschi von der Schnapsbrennerei «Hausi’s Härdöfler», dessen Verdauungsschnaps uns allen gutgetan hat.
  • der Kräuterfrau Regula Gerber. (Sie bietet auch Kräuterwanderungen im Emmental an und weil ich öfter nach geführten Kräuterwanderungen gefragt werde, stelle ich ihr Angebot in Kürze in einem separaten Beitrag vor.)
  • den zwei wunderschönen Pferdedamen, die uns im munterem Galopp eine ganze Strecke durchs Emmental führten und ihrem Chef, der alle meine neugierigen Fragen gerne beantwortete.
  • Hansjörg (ich hoffe, ich habe den Namen richtig gemerkt), der uns lustig und sicher im Jeep zurück nach Zollbrück brachte.
  • Bei der Bäckerei Liechti aus Zollbrück für die süsse Überraschung am Schluss.
  • Und natürlich auch bei den Wettergöttern, die offensichtlich das Emmental ebenfalls ins Herz geschlossen haben. Anders lässt es sich kaum erklären, dass allen Wettervorhersagen zum Trotz den ganzen Tag die Sonne schien und schönstes Wanderwetter herrschte. Es fing genau dann zu regnen an, als wir am Bahnhof unter dem schützenden Dach ankamen.

Danke Emmental!

 

 

3 Kommentare

  1. Ein toller Rückblick mit vielen Details hast du hier geschrieben. Vielen Dank!
    Gerne empfehle ich diesen Anlass, auch wenn es stetig auf- und nidsi geht im Emmental.

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