Beim Wandern verlaufen – so verhältst du dich richtig

Verlaufen beim Wandern

Hast du dich schon mal beim Wandern verlaufen? Selbst mit der besten Vorbereitung kann es passieren, dass du dich beim Wandern verläufst. Vielleicht zwingt dich ein wegen Steinschlag oder Hochwasser nicht begehbarer Wanderweg zum Ausweichen. Möglicherweise hast du eine Abzweigung verpasst. Was auch immer der Grund war: Stellst du plötzlich fest, dass du nicht mehr weisst, wo du bist, hilft es zuerst einmal, einen kühlen Kopf zu bewahren. Panik nützt dir nämlich gar nichts.

Wandere niemals alleine, haben sie gesagt …



Wir alle kennen die Warnung, dass wir uns niemals allein auf eine Bergtour oder Weitwanderung begeben sollten. Aber erstens ist es nicht immer einfach, Wanderfreunde zu finden, die Zeit und Lust haben, mitzukommen. Zweitens sollten die Wanderkollegen im gleichen Tempo unterwegs sein. Es macht definitiv keinen Spass, wenn einer fitter und schneller ist als der andere. Drittens kann es unbeschreiblich schön und erholsam sein, alleine durch die Natur zu wandern. Obwohl ich Wanderungen für Gruppen in der Schweiz anbiete, habe ich Verständnis dafür, dass sich nicht jeder einer Wandergruppe anschliessen möchte. Auch ich bin gerne mal allein unterwegs. Und ja, auch ich habe mich schon verlaufen. Allerdings weder im Hochgebirge noch im tiefsten Wald bei Einbruch der Dunkelheit.

Was tun, wenn du dich beim Wandern verlaufen hast?

Schnaufe erstmal durch. Sofern es nicht schon später Nachmittag ist, kommt es auf eine Viertelstunde mehr oder weniger nicht drauf an. Bewahre die Ruhe, setze dich kurz hin und iss oder trinke am besten etwas. Beruhige die Gedanken. Mit einem klaren Kopf findet sich schneller eine vernünftige Lösung.

Wenn es möglich ist, laufe genau den gleichen Weg, den du gekommen bist, soweit zurück, bis du beim nächsten Wanderwegweiser oder Anhaltspunkt angelangst und wandere dann die geplante Strecke weiter. Solltest du allerdings abseits des Weges querfeldein gelaufen sein, dann wird dies schwieriger. Sich auf solch ein Abenteuer einzulassen, ist ziemlich dumm. Vor allem dann, wenn man keinerlei Erfahrung oder Wissen darüber hat, wie man sich in der Natur zurechtfindet. Wir haben sogar schon erlebt, dass Wanderfreunde mit Karte und Kompass ausgerüstet zur gemeinsamen Wanderung erschienen, aber mit diesen Utensilien gar nichts anzufangen wusste.

Beim Wandern verlaufen, gut, wenn du einen Kompass bei dir hast.
Hast du einen Kompass im Rucksack, solltest du damit auch umgehen können (Bild: pixabay.com)

Bleibe bitte ruhig, wenn du dich komplett beim Wandern verlaufen hast und versuche, dich zu orientieren:

  • Der Stand der Sonne kann dir im Ernstfall die Richtung weisen, wenn du keine Karte lesen und mit dem Kompass nicht umgehen kannst. (Sofern du beides überhaupt besitzt)
  • Versuche, dich an Geräuschen zu orientieren. Gibt es eine Strasse in der Nähe, hörst du Autogeräusche. Wird irgendwo Holz gesägt, sind Waldarbeiter nicht weit. Hörst du Kuhglocken, kannst du hoffen, Hilfe auf einer Alp zu bekommen.



Vielleicht sagst du jetzt, dass dein GPS dich nie im Stich lässt. Aber nicht jeder besitzt ein Smartphone, manch einer hat keine entsprechende App geladen. Wie heisst es so schön: Ein Unglück kommt selten allein. Wenn du so richtig Pech hast, hat dein Handy nicht mehr genügend Akku oder keinen Empfang. Funktioniert das Telefon und befindest du dich in einer ausweglosen Lage, dann scheue dich nicht, Hilfe zu rufen. Damit ist gemeint, zuerst einmal Freunde, die die Region gut kennen zu kontaktieren oder in der nächsten Berghütte anzurufen. Wenn du Glück hast, wandert dir jemand entgegen. Versuche in diesem Fall, einen markanten Punkt zu erreichen, sodass du den Ort, an dem du dich aufhältst, gut beschreiben kannst.

Worst Case – verlaufen beim Wandern und es wird bald dunkel

Verlaufen im Wald
Verlaufen im Wald und der Tag geht zu Ende … was tun? (Bild. pixabay.com)

Die Tageszeit, zu welcher du dich beim Wandern verlaufen hast, spielt eine wesentliche Rolle. Bricht bald schon die Dämmerung herein, musst du eine Entscheidung treffen:

  1. Ist es möglich, eine Nacht unter dem Sternenhimmel zu verbringen und am Morgen allein oder mit Hilfe wieder zurückzufinden? Entscheidest du dich für diese Variante, dann informiere unbedingt deine Angehörigen oder die Mitarbeit im Hotel oder in der Hütte. Ansonsten riskierst du, dass ein Grossaufgebot nach dir sucht. Eine solche Aktion ohne echten Notfall kann richtig teuer werden!
  2. Du befindest dich tatsächlich in einer Notlage und musst gerettet werden? Dann setze einen entsprechenden Notruf ab! Bist du schon Rega-Gönner?

Beim Wandern verlaufen – ungeplant übernachten im Wald oder in höheren Lagen

Hast du dich beim Wandern verlaufen und entscheidest spontan, eine Nacht draussen in der Natur zu verbringen, solltest du dir über Folgendes klar sein:

  • Es kann in der Nacht sehr kalt werden, auch im Sommer, je nach Höhenlage. Hast du einen dicken Pullover dabei? Kannst du ein Feuer machen?
  • Hast du genügend Verpflegung bei dir? Natürlich verhungert niemand, wenn er mal einen Tag nichts isst. Aber du solltest am nächsten Tag fit für den Rückweg sein. Trinken ist zudem noch wichtiger als Essen. Verfügst du über ausreichend Wasser, oder gibt es in der Nähe einen Bach oder eine Quelle? Kannst du einschätzen, ob das Wasser trinkbar ist?
  • Wie sind die Wetterverhältnisse? Ideal sind eine laue Sommernacht und ein herrlicher Sternenhimmel. Dann kannst du deinen unfreiwilligen Aufenthalt geniessen. Aber es könnte gewittern, in Strömen regnen oder gar anfangen zu schneien …
  • Kommst du damit klar, dass möglicherweise Tiere in deine Nähe kommen oder du ihre Anwesenheit spürst? Eine Gefahr wird von diesen kaum ausgehen, aber unterschätze nicht Geräusche und leuchtende Tieraugen in der Nacht! Angst und Panik wären dann ganz schlecht, denn du kommst von deinem gewählten Schlafplatz in der Dunkelheit gleich gar nicht weg.
Verlaufen im Gebirge
Erschöpft im Hochgebirge feststellen, das man sich beim Wandern verlaufen hat … das wünscht sich niemand. (Bild: azmeyart-design, pixabay.com)

Es würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, ausführlicher auf alle Punkte einzugehen. Deshalb der dringende Tipp:

Möchtest du es wagen, alleine in Regionen, die du nicht kennst, zu wandern, bereite dich sehr gut vor. Rechne auch damit, dass du dich beim Wandern verlaufen kannst. Es gibt gute Survival Seiten, die sich besonders auch an Wanderer richten. Es lohnt sich, auf diesen zu stöbern und die für dich interessanten Beiträge zu lesen.

Spare nicht an der Ausrüstung, wenn du einen Wanderurlaub planst oder spontan in neue Gegenden fährst, um im Gebirge oder unbekannten Wäldern zu wandern. Und packe immer genügend Wasser und Verpflegung ein.

Hast du dich schon mal beim Wandern verlaufen? Fehlen hier Tipps, die du gerne ergänzen möchtest? Dann hinterlasse gerne einen Kommentar!



1 Kommentar

  1. Hallo Sabine

    Ich finde das SwitzerlandMobility app sehr cool. Du weiss immer wo du auf die Karte bist und wohin du gehen sollst. Aber du muss auch gleichzeitig schauen dass deine Handy genug Aku hat.

    Meine Garmin Uhr hat auch ein zurück zu anfangen funktion.

    Das Technik ist Heute sehr gut.

    Gruss
    Paul

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.