Günstig Wanderurlaub machen in der Schweiz

Foto: Sabine Itting

Tipps für einen erschwinglichen (Wander)urlaub in der Schweiz

Nun greife ich nochmals das Thema Ferien auf. Ein bisschen urlaubsreif bin ich schon, aber das ist eigentlich nicht der Grund. Wie die Statistik zeigt, habe ich relativ viele Leser aus dem Ausland, allen voran aus Deutschland. Also denke ich, es ist an der Zeit, mal mit den Vorurteilen «Die Schweiz ist eine Hochpreisinsel, das kann sich doch keiner leisten» aufzuräumen. Natürlich gibt es günstigere Urlaubsziele. Ein Wanderurlaub in der Schweiz ist aber mit der richtigen Planung für jedes Budget möglich:

Günstig übernachten und essen während Ferien in der Schweiz

Es stimmt, Lebensmittel kosten bei uns mehr und ein Essen im Restaurant ist deutlich teuer als in unseren Nachbarländern. Das könnt ihr umgehen, wenn ihr eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus in der Schweiz mietet. Wenn zum Beispiel ein paar Wanderer die Unterkunft teilen, ist diese schon mal erschwinglich. Ihr könnt aber auch echte Hotel Schnäppchen in der Schweiz finden. Budgetbewusste Gäste müssen nur etwas Zeit aufwenden, um auf Schnäppchenjagd im Internet zu gehen. Weitwanderer, die nur eine Nacht bleiben möchten, übernachten preiswert auf Bauernhöfen, im Stroh, in Massenlagern von Hütten oder Berggasthäusern oder über Airbnb. Wer mit dem Zelt unterwegs ist, muss unbedingt darauf achten, nicht in Naturschutzgebieten – und davon haben wir viele – wild zu campen. Das würde teuer!! Besser ihr fragt bei einem Bauern, ob ihr auf seinem Grundstück für eine Nacht im Zelt schlafen dürft. Übernachten im Auto oder Wohnmobil ist auf Raststätten für eine Nacht erlaubt.

Übrigens: Ihr findet auf Facebook mehrere Gruppen “Urlaub gegen Hand” oder “Urlaub ohne Gegenleistung”. Schaut da mal rein, vielleicht ist ein Angebot für euch dabei oder macht einfach einen Aufruf!

 

 

Grillieren gehört zu Wanderferien in der Schweiz einfach dazu!

In der Schweiz gibt es viele öffentliche Grillstellen. Deckt euch vor der Wanderung im Supermarkt mit Würsten, Brot, Obst und Gemüse ein und macht es euch Mittag auf einem schönen Picknickplatz gemütlich. Besonders empfehlenswert sind die Feuerstellen der Schweizer Familie. Hier ist immer bereits Brennholz vorhanden, das gratis genutzt werden kann. Es gibt Tische und Bänke, oft auch einen Spielplatz für Kinder. Unter dem zuvor genannten Link könnte ihr alle Feuerstellen finden und Fotos davon ansehen.

Ein Besuch im Gasthaus sollte freilich hin und wieder drin liegen. Dann ist es gut zu wissen, dass Mittagsmenüs in vielen Restaurants günstiger sind als das Nachtessen.

Leitungswasser sowie Wasser aus den allermeisten Dorfbrunnen kann bedenkenlos getrunken werden. Sollte ein Brunnen kein Trinkwasser spenden, ist das angeschrieben. Normalerweise könnt ihr euch gratis mit Wasser von ausgezeichneter Qualität eindecken. Also füllt ruhig auch die Flaschen für unterwegs.

Günstiger mit den öffentlichen Schweizer Verkehrsmitteln reisen

Reisen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sind teuer. Es sei denn, man ist flexibel. Wenn es nicht darauf ankommt, zum Beispiel den Zug um 8.30 Uhr zu nehmen und ihr erst 9.15 Uhr fahren könnt, dann habt ihr gute Chancen, ein Sparticket zu ergattern. Diese werden von der SBB App jeweils automatisch vorgeschlagen. Mit einer Ausnahme: Sucht ihr nach einem Ticket 2. Klasse, zeigt es die Spartickets der 1. Klasse nicht an. Es lohnt sich unbedingt, die gewünschte Verbindung auch für die 1. Klasse aufzurufen, mitunter fahrt ihr damit nämlich günstiger als in der 2.

Ich bin beispielsweise neulich von Kempten im Allgäu nach Zürich in der 1. Klasse, inklusive Sitzplatzreservierung, für rund 40 Franken gereist.

Eventuell lohnt sich für euch das All-in-one-Ticket, mit dem ausländische Gäste wahlweise 3, 4, 8 oder 15 Tage nicht nur Bus und Bahn, sondern auch die Schiffe auf den meisten Seen benutzen können. Aber das ist noch nicht alles, das All-in-one-Ticket beinhaltet unter anderem auch:

  • Kostenlosen Eintritt in mehr als 500 Museen
  • Freie Fahrten mit den Bergbahnen auf Rigi, Stoos und Stanserhorn
  • Ermässigungen bis zu 50 Prozent für Ausflüge auf andere Berge
  • Die kostenlose Swiss Family Card, mit der eure Kinder bis zum 16. Geburtstag in Begleitung von mindestens einem Elternteil gratis mitreisen
  • Freie Benutzung und von Bus und Tram in mehr als 90 Schweizer Städten.

Zurzeit kostet das All-in-one-Ticket beispielsweise für 3 Tage in der 2. Klasse CHF 232, für 15 Tage 513 Franken.




Kostenlose Freizeitvergnügen in der Schweiz

Das Angebot an gratis Ausflügen ist in der Schweiz gross. Es beinhaltet Museen, Badis, Tierparks, Ausstellungen, Erlebniswanderwege und vieles mehr. Wer in im Urlaub nicht nur wandern möchte, sucht bestimmt Ideen für eine interessante Freizeitgestaltung. Soll diese wenig kosten, werdet ihr in der Schweiz garantiert fündig!

Jetzt sind meine Leser aus der Schweiz gefragt: Schreibt doch bitte in die Kommentarfunktion, wenn ihr ein tolles Ausflugsziel oder Freizeitangebot in der Schweiz kennt, welches nichts oder wenig kostet!

Ich zähle nachfolgend mal ein paar Beispiele aus Zürich auf:

  • Die Städtische Sukkulenten Sammlung befindet sich in Zürich Wollishofen, am Zürichsee. Hier können rund 25’000 Pflanzen aus rund 30 unterschiedlichen Pflanzenfamilien bestaunt werden. Kinder sind besonders von den lebenden Steinen fasziniert, die sich durch Farbveränderung der Umwelt anpassen. Die Anlage ist 4750 m² gross und verfügt über mehrere Schauhäuser. Winterharte Pflanzen fühlen sich in der Freilandanlage wohl. Die Städtische Sukkulenten Sammlung ist täglich geöffnet.
  • Viele Museen könnten gratis besucht werden, dazu gehören beispielsweise das Zoologische Museum oder das Thomas-Mann-Archiv in Zürich.
  • Die Stadtgärtnerei in Zürich Wiedikon ist noch immer beinahe ein Geheimtipp. Die wunderschöne, gepflegte Freizeitanlage lädt zum Chillen und Spazieren ein. Palmenhaus und Tropenhaus geben euch das Gefühl, in einem Dschungel zu sein. Es sind nicht nur Palmen, Affenbrotbaum und weit mehr als 50 verschiedene weitere exotische Pflanzen, die einen Besuch der Stadtgärtnerei Zürich lohnen. In einem Teich können Schildkröten und Koi beobachtet werden. Zwischen den Bäumen flattern munter tropische Vögel umher. Der Liebling der Besucher ist der Tukan.
  • Die Zürcher Gemeinschaftszentren sind Freizeitoasen mitten in der Stadt für Kinder und ihre Eltern. 17 verschiedene Anlagen laden ein zu Spiel und Sport, zu Veranstaltungen und gemütlichem Beisammensein. Angebotene Kurse sind für Urlauber weniger interessant, aber in der Cafeteria ist das Angebot erschwinglich. Eigene, mitgebrachte Verpflegung ist erlaubt. Kinder dürfen Tiere ausgiebig streicheln, manchmal finden Konzerte statt. Auf jeden Fall kommt ihr hier mit Einheimischen und Zugezogenen schnell in Kontakt. Die Zürcher Gemeinschaftszentren sind auch ein ideales Schlechtwetterprogramm für Familien.
  • Das Schweizer Wanderforum darf in dieser Aufzählung nicht fehlen 😉 . Bei uns wandert ihr zu einem sehr geringen Unkostenpreis mit. Und ihr lernt mit uns immer wieder Ecken der Schweiz kennen, die nicht in den üblichen Reiseführern stehen. Oft sind «Extras» eingeplant, wie ein Barbecue auf einer Alp (bei euch sagt man Alm) oder Grillieren im Schnee. Zeit, interessante mittelalterliche Kirchen oder uralte Burganlangen zu besichtigen, ist immer vorhanden.




Und noch ein paar allgemeine Tipps für günstigen Urlaub in der Schweiz:

  • Wählt keinen der typischen Touristenorte für euren Schweiz Urlaub. Anstatt den Winterurlaub in Davos oder Zermatt zu verbringen, reist zum Beispiel ins Jura.
  • Informiert euch, wann die Schweizer und angrenzenden Regionen der Nachbarländer Schulferien haben und meidet diese Zeit.
  • Erkundigt euch, ob eure Reiseregion eine Gästekarte anbietet, damit erhaltet ihr etliche Vergünstigungen.




Ich hoffe, euch mit diesen Informationen die Entscheidung für Ferien in der Schweiz etwas leichter gemacht zu haben. Kein Urlaub ist gratis und die Schweiz ist, mit etwas Planung, erschwinglicher als gedacht. Und wunderschön ist sie sowieso und lohnt einen Besuch!

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