Lawinen – höchste Warnstufe, das müsst ihr wissen!

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Die Lawinengefahr ist derzeit in den Alpen sehr hoch!

Von wegen, es gibt kaum noch schneereiche Winter:

Es ist gar nicht so lange her, da habe ich gelesen, dass wir uns an milde, schneearme Winter in Mitteleuropa gewöhnen müssen. Klimawandel und so. Und jetzt versinken weite Teile Bayerns, Österreichs und der Schweiz in unglaublichen Schneemassen. Ganze Ortschaften, seit heute zum Beispiel nach einem Lawinenabgang auch Disentis, sind von der Aussenwelt abgeschnitten.

Ich weiss nicht, wie viele Menschen bereits in Deutschland, Österreich und der Schweiz in den letzten Tagen im Schnee gestorben sind, einige zumindest haben ihren Tod selbst verschuldet. Wie kann man auch bei diesen Bedingungen und trotz Warnung vor Lawinen abseits der offiziellen Pisten unterwegs sein?!

Hans / Pixabay – Symbolbild

Wer den Nervenkitzel, sein Leben aufs Spiel zu setzen, braucht, sollte sich vorher mal überlegen, wie viele andere Menschen er damit ebenfalls in Gefahr bringt! Die Bergung der von Lawinen Verschütteten ist für die Rettungsmannschaften ebenfalls mit grossen Gefahren verbunden, weitere Lawinenabgänge sind nämlich immer möglich.

Die Lawinen Katastrophe im Diemtigtal 2009

So hat zum Beispiel Ende 2009 im Diemtigtal auf der Alp Kiley ein Notarzt seinen Einsatz mit dem Leben bezahlt. Beim Rettungseinsatz löste sich eine zweite Lawine und erfasste ihn. Er starb noch am selben Tag im Spital. Insgesamt kamen bei dieser Katastrophe sieben Menschen zwischen 38 und 61 Jahren ums Leben. Die Ursache welche die Lawine auslöste, konnte wohl nie definitiv gefunden werden. Ob es auch an diesem Tag so war … ich weiss es natürlich nicht, aber ein Älpler hat mir vor Jahren erzählt, dass viele ortsunkundige Skifahrer so fasziniert von der wundervollen Region sind, dass sie Warnungen oder Ratschläge der Einheimischen einfach nicht ernst nehmen. Selbst aufgestellte Warnschilder würden nicht beachtet. Aber das berichten auch Bewohner anderer Bergregionen, ob Sommer oder Winter: Vor allem Touristen unterschätzen die Risiken leicht und überschätzen sich selbst. Sie setzen in den Bergen immer wieder Ihr Leben, das anderer Sportler und auch das der Bergretter aufs Spiel.

Es ist absolut nicht cool, sondern einfach nur unsagbar dumm, Warnungen zu ignorieren!

Wichtige Tipps und Links – so kommt ihr trotz hoher Lawinenwarnstufe sicher durch den Winter




  • Wenn ein Schneeschuhtrail gesperrt ist, ist er nicht gesperrt, um die Wanderer zu ärgern, sondern weil es höchst gefährlich wäre, auf diesem Weg unterwegs zu sein. Also: Umkehren! Und wenn es keine Alternative gibt, dann gönne dir in der nächsten Bergbeiz ein Bier oder ein Fondue, geniesse es und fahre gesund und munter wieder nach Hause.
  • Spätestens ab Stufe 2 auf der Lawinengefahrenskala, also ab Gefahrenstufe «mässig» gibt es in diesem Gebiet keine Wanderforum-Wanderungen mehr. Wer trotzdem unterwegs sein möchte, sollte sich spätestens ab Stufe 3 (erheblich) lawinenkundigen, ausgebildeten Schneeschuhführern anschliessen.
  • Solche Schneeschuhführer und Bergführer findest du, indem du das Tourismusbüro der Region, in die es dich zieht, anfragst. Oder besuche die Webseite des Schweizer Bergführerverbandes.
  • Informiere dich vor und auch während deines Ausflugs in den Schnee auf dem Lawinenbulletin, die Seite wird regelmässig, mehrmals täglich, aktualisiert.
  • Speichere dir die Telefonnummern des Lawinenbulletins: 178
    und der Rega: 1414. Eine Rega Gönnerschaft ist übrigens sowieso empfehlenswert.
  • Sei flexibel. Auch wenn du dich schon lange im Voraus auf deine Winterferien gefreut hast und unbedingt Schneeschuhlaufen, Winterwandern oder Skifahren möchtest: Die Natur bestimmt, ob das am gebuchten Datum möglich sein wird oder eben nicht. Was du für den Wintersport brauchst, sind eine gute Ausrüstung, eine sinnvolle Vorbereitung und ausreichend Vernunft. So wie ein Sommerurlaub mal ins Wasser fallen kann, kann ein Winterurlaub nun mal buchstäblich im Schnee versinken. Mach das Beste draus und verwechsle nicht Mut mit Dummheit!!

Noch ein Hinweis:




diapicard / Pixabay – Symbolbild

Die derzeitige Situation in den Bergen ist auch für Wildtiere eine grosse Herausforderung. Sich im Tiefschnee fortzubewegen, zehrt an ihren Kräften und zusätzlicher Stress durch rücksichtslose Schneeschuhwanderer sollte unbedingt vermieden werden! Dort, wo keine Lawinengefahr besteht, könnt ihr natürlich Schneeschuhtouren geniessen, aber bitte bleibt auf den Wegen und latscht nicht einfach querfeldein!

 

 

Winterwanderungen, die ich für Wandergruppen organisiere, werden möglicherweise kurzfristig abgesagt oder geändert. Ich gehe keinerlei Risiken ein!

 

Sabine Itting

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