Gesunde Wacholderbeeren

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Wacholder – allgemeines über die uralte Heilpflanze

Wacholder ist eine Heilpflanze, die besonders in der kalten Jahreszeit in jeden Haushalt gehört. Wer die Wacholderbeeren selber sammeln möchte, hat bis in den Spätherbst heinein Gelegenheit dazu. Aber bitte informiert euch erst, ob die Pflanze in eurer Gegend möglicherweise geschützt ist. Trotzdem der Gemeine Wacholder weit verbreitet ist, dürfen seine Früchte nicht in allen Regionen geerntet werden. Wacholderbeeren könnt ihr natürlich auch kaufen, ihr findet sie bei den Gewürzen in jedem Supermarkt oder besser: im Reformhaus.




Um den Wacholder ranken sich viele Geschichten, so hiess es früher, dass, wenn man einen Wacholderstrauch einmauert, das Haus vor neidischen Nachbarn geschützt werde. Im Mittelalter glaubte man ausserdem, dass er vor allerlei Gefahren bewahrt: So sollten Räucherungen Seuchen verhindern und über der Türe und im Stall aufgehängt, so glaubte man, würde die Pflanze Hexen sowie den Teufel aus dem Haus und vom Vieh fernhalten.

Allerdings wurde der Wacholder nicht nur aufgrund des Aberglaubens geschätzt: Schon die alten Ägypter, Römer und Griechen wussten um die Heilwirkung der Wacholderbeeren. Sie behandelten damit zum Beispiel Schlangenbisse oder Entzündungen im Mund.

Wacholderbeeren sind eigentlich gar keine Beeren

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Bei den Wacholderbeeren handelt es sich eigentlich gar nicht um Beeren, sondern um die Zapfen des Wacholderbaumes oder -strauches. Zum Reifen brauchen diese bis zu drei Jahren. Sind sie reif, können sie ganz einfach geerntet werden, indem man ein Tuch darunter ausbreitet und die Äste schüttelt, dann fallen die Früchte herunter. Der Wacholder hat sehr spitze Nadeln, deshalb sollte zum Sammeln Handschuhe getragen werden!

Zu Hause trocknet ihr die Wacholderbeeren im Schatten an einem trockenen, luftigen Ort und bewahrt sie anschliessend in einem fest schliessenden Glas auf.

Der Wachholder als Gewürz

Wachholderbeeren gehören vor allem in deftige Gerichte, die durch die im Gewürz enthaltenen ätherischen Öle bekömmlicher werden. Typische Speisen, denen man Wacholderbeeren zufügen sollte, sind Sauerkraut, Marinaden für Wildgerichte, Fleisch und Pasteten.

Wacholderbeeren sind ein gutes Allheilmittel

Tausende von Jahren kannte man die kleinen würzigen Zapfen als wertvolle Naturmedizin. Wacholderbeeren stärken die Abwehrkräfte, unterstützen die Verdauung, entgiften, lindern Gelenkbeschwerden und helfen bei Grippe und Erkältungskrankheiten. Vieles, was über unzählige Generationen überliefert wurde, hat auch heute noch seine Gültigkeit. Die Anwendungen sind denkbar einfach, sodass es gar nicht nötig ist, lange in der «Hexenküche» zu stehen.

Wichtiger Hinweis!

Während einer Schwangerschaft und bei Nierenproblemen sollte man auf Wacholder verzichten! Eine innerliche Anwendung von mehr als einem Monat ist nicht zu empfehlen. Bei langdauernden oder ernsthaften Beschwerden, müsst Ihr auf jeden Fall einen Arzt zu Rate ziehen!

Omas bewährte Hausmittel – gesunde Wacholderbeeren

  • Wacholdertee hilft nicht nur bei Magenbeschwerden, sondern stärkt auch das Immunsystem und das ist in der kalten Jahreszeit besonders wichtig. Für Wacholdertee 1 TL Wacholderbeeren zerkleinern, am besten mit einem Mörser, und mit einer Tasse siedend heissem Wasser übergiessen. Zugedeckt eine Viertelstunde ziehen lassen, durch ein Sieb abgiessen und eventuell mit etwas Honig süssen.
    Um die Abwehrkräfte zu stärken, sollten einen Monat lang täglich zwei Tassen getrunken werden.
  • Wacholderbad ist eine gute Wahl, wenn euch Gelenkschmerzen oder rheumatische Beschwerden plagen. Auch bei Grippe und Erkältung tut es gut: 5 EL Wacholderbeeren zerdrücken und in 1 Liter Wasser zum Kochen bringen. Vom Herd nehmen und eine Viertelstunde abgedeckt ziehen lassen. Dann durch ein Sieb ins Badewasser giessen.
    Badet maximal 15 Minuten, wobei das Wasser etwa 38 Grad warm sein sollte. Dieses Bad regt die Durchblutung an und fördert die Muskelentspannung. Ausserdem wirkt es leicht entzündungshemmend. Nach dem Bad abtrocknen und unter einer warmen Decke entspannen.
  • Mundspülung kann ebenfalls aus zerstossenen Wacholderbeeren hergestellt werden: Ca. 1 EL zerkleinerte Beeren wird mit 150 ml Wasser aufgekocht und sollte dann abgedeckt ziehen, bis der Aufguss lauwarm ist. Er eignet sich bei Zahnfleischentzündungen als antiseptische Spülung.
  • Massageöl mit der Wirkung der ätherischen Öle könnt ihr auch ganz einfach selber machen. Oma schrieb in ihren Aufzeichnungen: Eine Flasche zur Hälfte mit leicht zerdrückten Wacholderbeeren füllen und mit Speiseöl aufgiessen. Warm aber nicht direkt in der Sonne stehen lassen und alle paar Tage schütteln. Nach einem Monat kann es zum Einreiben von schmerzenden Gliedern verwendet werden.
    Meine persönliche Erfahrung: Wacholder-Massageöl wärmt und wirkt dabei, zum Beispiel bei Muskelkater, Hexenschuss und Nackenverspannungen, schmerz- und krampflindernd.
  • Gesunde Wacholderbeeren
    Foto: Sabine Itting

Sebastian Kneipp schätzte die Wacholderbeeren um das Immunsystem zu stärken und den Körper zu entgiften:

Einerseits empfahl er, die Beeren bei Sodbrennen, Blasenbeschwerden oder Mundgeruch zu kauen, anderseits schwor er zur Stärkung der Abwehrkräfte auf eine Wacholder-Kur, bei der täglich Wacholderbeeren gekaut werden, jeden Tag eine mehr, bis zu einer Menge von max. 15 Stück, danach wieder täglich eine weniger. Begonnen und beendet wird diese Kur mit jeweils drei Beeren.

Wacholder-Räucherung

Eine Wacholder-Räucherung unterstützt bei konzentrierter Arbeit und kann negative Energien aus Wohn-, Arbeits- und Krankenzimmer vertreiben. Deshalb wird sie auch beim Bezug einer neuen Wohnung gerne empfohlen. Dazu werden nicht nur die Beeren, sondern auch Zweige, Nadeln und Harz des Wacholders verwendet.

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Abschliessend möchte ich euch ein Video zeigen, dass ich auf YouTube gefunden habe und welches zeigt, wie eine Wacholder Tinktur hergestellt wird.




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