R├╝ckblick Rundwanderung Haldi im Kt. Uri 😊

Rundwanderung Kanton Uri Haldi
Krokusse auf der Sonnenterasse Haldi, Kt. Uri Foto: Sabine Itting

Rundwanderung auf der Urner Sonnenterrasse Haldi

Zuerst einmal w├╝rde mich ja interessieren, ob jemand von meinen Wanderkollegen, die gestern dabei waren, keinen Muskelkater hat. Ich bekomme ihn ├Ąusserst selten, aber heute Morgen war der Weg zur Kaffeemaschine doch recht schmerzhaft 😊. Aber macht nichts, wir hatten so einen sch├Ânen Tag, da nimmt man so ein bisschen Muskelkater doch gerne in Kauf. Inzwischen ist er auch fast schon wieder weg.

Bis jetzt habe ich leider von den beiden, die nicht erschienen sind, nichts geh├Ârt, ich hoffe, es ist alles in Ordnung. Das Hundefutter lasse ich gleich im Rucksack, f├╝rs n├Ąchste Mal. Dann klappt es hoffentlich, dass ┬źunser┬╗ Vierbeiner wieder mal mitwandert.

R├╝ckblick Rundwanderung Haldi, Kanton Uri

Die Bushaltestelle befindet sich ganz in der N├Ąhe der Talstation der Luftseilbahn Schattdorf-Haldi. Es gibt dort ausserdem einen grossen Parkplatz. Somit war f├╝r alle die Anreise kein Problem. Jedoch fehlten noch zwei. Nachdem wir eine Weile gewartet hatten, beschlossen wir, beim Startkaffee im Berggasthaus Haldi, gleich neben der Bergstation, weiter zu warten. 4,5 Minuten dauert ├╝brigens die Seilbahnfahrt, die auf 486 m. ├╝. M. startet und auf 1080 m. ├╝. M. hinauff├╝hrt. (Damit wisst ihr gleich, wie viele Meter wir am Abend auf dem steilen Pfad runtergelaufen sind!) Es passen 15 Leute in die Kabine. Anstehen war nicht n├Âtig, es hatte Platz f├╝r alle. Schattdorf-Haldi scheint noch sowas wie ein Geheimtipp zu sein. Meine Gruppe kannte die Region nicht und wir waren scheinbar auch die einzigen Wanderer: Ausser einer Familie und einem Paar haben wir niemanden unterwegs getroffen. Das h├Ątte ich bei solch einem Traumwetter niemals gedacht. Aber uns hat es nat├╝rlich gepasst, dass die Wanderwege auf dem Haldi uns geh├Ârten 😊

Die Bedienung im gem├╝tlichen Berggasthaus Haldi ist sehr freundlich, die Aussicht gewaltig und der Kaffee gut. Hier zu rasten ist wirklich empfehlenswert. Und noch ein Pluspunkt: Nicht nur Kinder werden an den Tieren ringsum Freude haben. Seidenh├╝hner, Katzen und total herzige Esel, die wie lebendige Pl├╝schtiere aussehen, f├╝hlen sich offensichtlich hier sehr wohl.

Haldi Uri
Blick zum Urnersee

Als auch mit der ├╝bern├Ąchsten Gondel keine weiteren Wanderkollegen eintrafen, marschierten wir, 2 M├Ąnner und 5 Frauen, los. Diesmal wieder international, vier Nationen waren gemeinsam unterwegs. Wobei einer unserer Schweizer ein etwas komisches Deutsch spricht und man nie so richtig weiss, woher er stammt. Vielleicht ist er doch eher ein Holl├Ąnder? Hmmm ÔÇŽ (kleiner Insider 😉)

Die Haldi-Kapelle

Unser erstes Ziel war die Haldi-Kapelle, die malerisch auf einem H├╝gel liegt und, wie ich inzwischen nachgelesen habe, im Jahre 1932 erbaut wurde. Wir hatten sie deutlich ├Ąlter gesch├Ątzt. Nicht nur die Kapelle ist wundersch├Ân, sondern auch der Rundumblick von da oben. Falls ihr mal heiraten m├Âchtet: Hier w├Ąre wirklich ein guter Ort! Ich meine ja nur … kann ja sein, oder?

Viele Wanderm├Âglichkeiten mit dem Ausgangspunkt Haldi

Nun mache ich es mir einfach: Klickt bitte hier um auf die Webseite von der herrlichen Wanderregion Haldi in der Urner Bergwelt zu gelangen. Da stehen einige Wandervorschl├Ąge. Wer gerne spontan loswandert, findet riesige Wanderwegweiser, die in alle Richtungen verlockende Wanderangebote ausschildern.

Und das war unsere Route auf der Haldi

Wir machten uns auf die Socken in Richtung S├╝essberge und Oberfeld. Den sch├Ânen Picknickplatz der ┬źSchweizer Familie┬╗ liessen wir links liegen, es war einfach noch zu fr├╝h f├╝r eine Rast. W├Ąren wieder Kinder mit uns unterwegs gewesen, h├Ątte das nat├╝rlich anders ausgesehen. So marschierten wir erst einmal zum Kraftort Billentrog und von dort durch einen Wald ├╝ber Restschnee zum h├Âchsten Punkt unserer Wanderung. Bis vor kurzem war diese Strecke noch ein Schneeschuhtrail, jetzt aber hat der Winter definitiv verloren.

Oder, wie es Goethe ausdr├╝cken w├╝rde:

┬źVom Eise befreit sind Strom und B├Ąche
Durch des Fr├╝hlings holden, belebenden Blick,
Im Tale gr├╝net Hoffnungsgl├╝ck;
Der alte Winter, in seiner Schw├Ąche,
Zog sich in rauhe Berge zur├╝ck.┬╗

(Johann Wolfgang von Goethe, Faust I)

So sch├Ân kann ich das nicht formulieren, aber es trifft genau das, was wir gestern vorgefunden haben!

Leider wurde es aus dem geplanten Alpk├Ąsekauf bei den netten Bergbauern im Oberfeld nichts, es war niemand da und scheinbar gab es gerade auch sonst nirgends K├Ąse. Auch die von mir geplante Route war noch im Winterschlaf: noch nicht begehbar. Das war aber kein Problem. Wir wanderten nun einem Alpstr├Ąsschen entlang und entschieden spontan an einem Waldrand zu picknicken. Die imposanten Berge vor der Nase sassen oder lagen wir auf der Wiese und tankten gr├╝ndlich Vitamin D.

Kein Stress, keine Hektik, es war einfach nur sch├Ân.

Gem├╝tlich ging es dann zur├╝ck zum Gasthaus, wo wir uns k├╝hle Getr├Ąnke g├Ânnten und den Entschluss fassten, runter nach Schattdorf zu wandern. Damit begannt der abenteuerlicheTeil.

Downhill nach Schattdorf

Bevor jetzt alle hier mitlesenden Biker (lesen hier wirklich Biker mit?) wutschnaufend Kommentare schreiben: Nein, wir sind nat├╝rlich nicht die ganze Downhillstrecke vom Haldi runter nach Schattdorf gelaufen. ABER: Es hat sich f├╝r uns so angef├╝hlt. *autsch* ­čśë Nur kurze Streckenabschnitte h├Ątten wir uns mit den Bikern geteilt, wenn dann welche unterwegs gewesen w├Ąren. Der Weg war steil und schon anspruchsvoller als die Wanderung “oben”. So marschierten wir tapfer hinunter im Wissen, dass wir uns am n├Ąchsten Tag bestimmt nicht mehr werden bewegen k├Ânnen ­čś«

@all:┬á Wanderst├Âcke geh├Âren jetzt wieder zur Wanderausr├╝stung, die Flachlandsaison ist beendet.

Schattdorf
Schattdorf

Hunger, Durst und die Heimreise

In Schattdort verabschiedeten sich die Kolleginnen und fuhren mit den Autos nach Hause, w├Ąhrend die M├Ąnner und ich den Tag nicht einfach so beenden wollten. Da unsere Bahn ein paar Minuten zu sp├Ąt in Zug ankam und der Anschluss weg war, beschlossen wir, noch Nachtessen zu gehen. Zuerst landeten wir in einer Sushibar, die wir fluchtartig wieder verliessen, dann f├╝hrt uns Paul in ein feines, exotisches Lokal. Hier konnten wir an rustikalen Tischen und auf rustikalen Holzb├Ąnken draussen an der frischen Luft sitzen und uns kulinarisch verw├Âhnen lassen. Das Personal war sehr nett, es gab f├╝r mich ein leckeres Vegimen├╝ und f├╝r die Herren feine Kartoffelgerichte, auf Wunsch mit Fleisch, und so liessen wir den Tag erstmal ausklingen.

In Thalwil verliess uns auch Paul und als in Oerlikon Urs seinen Zug um eine Minute verpasst hatte, beschlossen wir, noch spontan in Ausgang zu gehen. In einem netten, gem├╝tlichen Biergarten g├Ânnten wir uns endlich das wohlverdiente Zielbier und beendeten einen weiteren l├Ąssigen Wandertag.

Ja. So oder so ├Ąhnlich war das 😊.

Ich freue mich schon aufs n├Ąchste Mal!

 

5 Kommentare

  1. ich habe ja Muskelkater und es ist gut Heute Fussball im Fernsehen zu schauen.

    Aber wie kann man sagen ausser gut geschrieben.

    Danke
    Paul (der Hollander) ­čśë

    • Mist, ich habe was vergessen: Malzbahr!!! Das muss ich mal irgendwann in einem anderen Beitrag unterbringen. ­čśÇ Ich muss jetzt noch lachen, es war wirklich ein lustiger Tag.

    • Daf├╝r machen wir in Domodossola nur einen Spaziergang und n├Ąchste Woche nichts oder eine gem├╝tliche Blueschtwanderung (schreibt man das so?).

  2. Ja das schreibt man so (Blueschtwamderung)! Das hast du wieder super geschrieben Danke! Obwohl ich den Downhill nach Schattdorf nicht mit gelaufen bin, war die Wanderung sehr sch├Ân und gem├╝tlich! Es ist doch sch├Ân wenn ihr 3 den Heimweg noch so genossen habt Ich freue mich auf ein n├Ąchstes mal oder sp├Ątestens in Domodossola ÔÇŹÔÖÇ´ŞĆ Einen sch├Ânen Gruss am alle die Mitgewandert sind

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