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Clariden Höhenweg
Diese Wanderung
wollten wir neulich an einem Sonntag machen,
aber schlechtes Wetter verdarb uns das Wandererlebnis. Wir
sagten ab und ich wusste da schon: diese Tour
will ich
machen und werde sie so bald als möglich
nachholen. Da ich ohnehin derzeit Freude dran
habe, auch mal ohne Gruppe auf Wanderwegen
unterwegs zu sein, packte ich meinen Rucksack am
letzten Donnerstag und mache mich am Morgen auf
Richtung Linthal. Nicht böse sein gell, aber
allein oder in Kleingruppen erlebt man die Natur
und das Wandergebiet doch ganz anders und
intensiver als im "Rudel"
und da es wirklich super schön dort oben ist,
gehe ich gerne irgendwann mit Euch nochmals auf
diese Tour!
Gefunden hatte ich diese Wanderidee auf der
Webseite vom Urnerboden
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Zitat: |
Clariden-Höhenweg
vom Fisetenpass 2036 müM zum Klausenpass
1948 müM
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Dieser Weg führt nicht auf den Clariden,
trotzdem spüren Sie die Grösse dieses
Massivs und kalten Hauch des Gletschers.
Diesmal geht es vom Fisetenpass
westwärts mit einem kurzen Aufstieg auf
Ober Orthalten, gemütlich weiter zum
Hasentrittli und dann abwärts zum
Gemsfairenhüttli auf 1951 Meter (1
Stunde / 3 Kilometer). Von hier ist die
Postautohaltestelle "Klus" über ein
Strässchen in 3/4 Stunden erreichbar.
Unser Höhenweg führt uns aber weiter
unter die Nordwand des Clariden, das
heisst über die Follen zu den
Wasserfassungen des Kraftwerkes
Linth-Limmern, weiter durchs Firenband
mit kühnen Tiefenblick in die Klus und
übers Clariden-Bödemli zum Klausenpass,
wo Sie wiederum das Postauto erreichen
können (4 1/2 Kilometer, 200 Meter
Höhendifferenz Aufstieg, 2 Stunden)
Gesamtaufwand ab Fisetenpass: 3 bis 4
Stunden.
Dieser Weg ist erst ab Mitte/Ende Juni
empfohlen. (Schneeschmelze abwarten!) |
Besser könnte ich sie auch nicht beschreiben und
lasse deshalb vor allem meine Fotos sprechen.
Los gehts wieder oben links und dann waagerecht
Reihe für Reihe.
Auf dem Urnerboden angekommen, liess ich dieses
Mal den Startkaffee aus und spazierte gleich zur
Gondel. Zuviel Zeit war schon verlorengegangen,
weil ca 75 Personen in Linthal am Bus in praller
Sonne anstanden und jeder dort, GA hin oder her,
den Alpin Ticket Zuschlag zahlen muss. All diese
Menschen, fast alle im Alter zwischen 70 und 85
wurden in diesen Bus gequetscht, weil das
angeforderte Zusatzfahrzeug nicht erschien. Als
Zugabe für diese Zumutung verweigerte man uns
noch die Luftzufuhr und es ist ein Wunder, dass
nichts passierte. Da muss man glaub keine 80
Jahre alt sein, um einen Kreislaufkollaps zu
bekommen. So wurden auch die Stimmen lauter, die
nach Öffnung der Dachluken riefen und irgendwann
zwischen Linthal und Urnerboden wurde wir auch
ein wenig erlöst und der Chauffeur hatte ein
Einsehen. Ich habe so etwas NOCH NIE erlebt und
bin wirklich entsetzt! Anstelle Zuschlag zu
kassieren, hätte man jeden als Entschuldigung
einen Gutschein für eine Freifahrt in die Hand
drücken sollen.
Die Auto-URI AG kenne ich eigentlich anders. Sie
haben von mir schon viel Lob bekommen, hier kann
ich nur sagen: PFUI! Das ist kein Kundendienst,
das grenzte an Körperverletzung!
Hoffentlich kamen all die netten alten Menschen
wohlbehalten in Flüelen an!!!
So, das war das einzig Negative an diesem Tag!
Auf dem Urnerboden aus dem Bus zu klettern ist
immer schön, dieses Mal war es eine Erlösung und
ich atmete erstmal tief durch und füllte die
Lungen mit frischer Bergluft. Die Kopfschmerzen,
die sich dank Sauerstoffmangel einstellten,
verflogen und ich lief schliesslich gut gelaunt
zur Gondel. Hier waren nur 6 Personen vor mir
und genauso viele passen da rein. So blieb noch
Zeit für einen Schwatz mit dem netten Herrn an
der Talstadion und schliesslich gab es für mich
wieder eine Privatfahrt. Wochentags habe ich die
Gondel doch tatsächlich fast immer für mich
alleine
Oben wurde ich dann noch darauf hingewiesen,
dass ich mir nun aber wirklich endgültig selbst
überlassen bin, und da war ich auch froh drum!
Wobei...kaum hatte ich den kleinen Hang der
schräg nach links oben führt erklommen, stand
ich vor einem Tisch mit 2 Bänken. Hmm..."na
und"...ein Picknickplatz eben, werdet Ihr jetzt
denken, gell? Aber glaubt es oder nicht, dieser
Tisch hat eine Schublade und in dieser findet
man alles, was es zum Jassen braucht!!
Auf fast 2000m Höhe!
Ehrlich gesagt, ich kann ja gar nicht
jassen...nach einem kurzen Rundblick,
marschierte ich mit viel Vorfreude los. Luft zum
Atmen gab es genug, herrliche Weit- und
Tiefblicke und wenig Menschen. Es waren nur ein
paar Kampfwanderer unterwegs, die von hinten
angerannt kam, man hörte das Klicken der
Wanderstöcke, bevor man sie sah, und man sah sie
kaum, da waren sie schon vorbei und in der Ferne
entschwunden. (Was bloss zieht diese Menschen in
die Berge...für sowas gehe ich auf die
Finnenbahn
)
Nach kurzer Zeit kommt eine kleine ausgesetzte
Stelle, mit Ketten gesichert und unschwierig zu
begehen. Mir hatte vorher jemand gesagt, es gäbe
noch weitere ausgesetzte Stellen gegen Ende der
Tour, die noch nicht mal in der Karte
eingezeichnet wären...aber dem ist nicht so!
Während die erste Hälfte der Strecke über
Weglein durch Alpenwiesen und über kleine
Schneefelder führt, wird es mit der Zeit
geröllig. Man befindet sich echt in einer
traumhaften Gegend! Ich blieb manches Mal
stehen, wegen den unzähligen üppig blühenden
Alpenblumen, den Felsbrocken, die irgendwann
einmal herunterstürzten, wegen der Fernsicht,
einfach: um den Tag, die Tour, die Landschaft,
das Leben zu geniessen. Das ist etwas, was man
so intensiv in einer Gruppe niemals erleben
wird!
Das letzte Drittel der Strecke ist etwas
anspruchsvoller. Es gäbe zwar die Möglichkeit
senkrecht eine Felswand hinunterzustürzen, aber
das betrifft nur jene, die es lässig finden,
unterwegs Alkohol zu trinken und leichtsinnig
durchs Gelände springen (...alles schon
erlebt...
). Wer auf dem Weg bleibt, der immer sichtbar
ist, meist gut, manchmal nur als schmale Spur am
Boden, befindet sich den ganzen Weg über in
ausreichendem Abstand zum Abhang.
Während 3 Bäche irgendwie überquert werden
müssen, haben nette Menschen ein abenteuerliches
Brücklein über Bach Nr.4 gebaut, bestehend aus
zwei schwankenden Brettern mit einem Geländer,
welches ebenso wie die ganze Brücke aussieht,
als würde sie gleich zusammenkrachen. Aber sie
hält und es macht Spass, darüber zu spazieren
Es folgen weitere kleine Schneefelder, ich traf
noch eine Herde knuddelige, herzige Schäfli, die
irgendwie wie Plüschtiere aussahen, freundete
mich mit einem Steinmänndli an (Ihr wisst ja,
ich bin kontaktfreudig und schwatze mit jedem
)
und kam irgendwann am Klausenpass an, wo noch
Zeit für ein kühles Getränk blieb, bis der Bus
kam. Dieser war nur halbvoll und ich konnte
sogar sitzen
Ab Ziegelbrücke sass ich im Zug mit einer
81jährigen Dame, die früher wie ich so wander-
und bergbegeistert war und viel zu erzählen
wusste. So ging dieser schöne Tag zu Ende.
Naja, ich hatte ja versprochen, dass ich Euch
Fotos mitbringe, ich hoffe, Ihr seid zufrieden

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