Heublumen – wohltuende Naturmedizin

Auf dem Land und in den Bergen duftet es jetzt wieder nach Heu

Heublumen sind seit Jahrhunderten zum Behandeln von vielerlei Beschwerden bekannt. Als Alternative oder zur Ergänzung der Schulmedizin, lohnt es sich, das alte Wissen aufzufrischen und zu nutzen!




Wo bekommt man Heublumen?

Nun, du kannst sie in der Apotheke kaufen. Günstig sind sie da allerdings nicht. Ich habe danach gegoogelt und dieses Angebot gefunden: 100 Gramm für CHF 8.90 …

Warum nicht einfach mal bei einem Biobauern nachfragen? Dort bekommst du sie gratis oder gegen ein Stück selbst gebackenen Kuchen im Tausch 😉 Vielleicht fragst du dich aber gerade, was genau Heublumen eigentlich sind:

Wo kann ich Heublumen sammeln?

Nirgends. Heublumen, in manchen Regionen auch als Grasblüten bekannt, gehören zwar zu den Heilpflanzen, aber es handelt sich nicht um eine bestimmte Sorte. Und überhaupt ist die Bezeichnung irreführend: Es handelt sich nämlich um ein buntes Sammelsurium von Blättern, Blüten, Stängeln, Samen – also von allen Pflanzenteilen, die auf einer Wiese wachsen.

Wenn im Sommer das Heu eingebracht wird, oder später im Stall, fallen trockene Pflanzenteile zu Boden: und das sind Heublumen. Artenreiche Wiesen können bis zu 50 verschiedene Pflanzen enthalten. Wenn du beim Wandern an einem Biohof vorbeikommst, wo es fein nach Heu duftet, frag doch einfach mal, ob du ein paar Handvoll Heublumen haben darfst! Seinen Geruch verdankt frisches Heu übrigens vor allem dem wohlriechenden Kumarin.

Heublumen
Die Zusammensetzung der Heublumen ist ganz unterschiedlich

Jede Menge gesunde Inhaltsstoffe

Heublumen enthalten je nach Zusammensetzung, die natürlich stark variieren kann, unter anderem Flavonoide, ätherische Öle, Gerbstoffe und vor allem Kumarin.

Kumarin, auch Cumarin geschrieben, sorgt für den angenehm würzigen Geruch des Heus. Es steckt in vielen Gräsern und Schmetterlingsblütlern und übrigens auch im Zimt. Kumarin wirkt entkrampfend, entzündungshemmend und beruhigend.

Allerdings gilt auch hier, was schon Paracelsus sagte:

«Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht es, dass ein Ding kein Gift ist»

Da Heublumen sowieso äusserlich angewendet werden, musst du da aber keine Bedenken haben.

So wirken Heublumen




Nicht umsonst gehören sie zu den bekanntesten Heilpflanzen des Hydrotherapeuten und Naturheilkundigen Sebastian Anton Kneipp. Auch wenn das Wissen um die Heilkraft der Heublumen uralt ist, so war er es, der ihnen in der Volksmedizin ihren wichtigen Platz gab. Die Anwendung erfolgt äusserlich und mit Wärme von ca. 42 Grad. Sie ist angesagt bei:

  • Lokalen Entzündungen
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Durchblutungsstörungen von Gewebe und Organen
  • Stoffwechselstörungen
  • Verspannungen
  • Rückenschmerzen
  • Hexenschuss
  • Arthritis und Arthrose
  • Nervosität / innere Unruhe
  • Hautunreinheiten
  • Schlafstörungen
  • Leichten Verdauungsstörungen und Magenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Erschöpfung

Und ausserdem: Müde Wanderfüsse freuen sich über ein Heublumen-Fussbad. Wie das gemacht wird, liest du im nächsten Abschnitt.

Die Anwendungsmöglichkeiten von Heublumen

  • Für ein HeublumenFussbad brauchst du mindestens 4 Hände voll Heublumen. Die gibst du in eine Schüssel und übergiesst sie mit 3 Litern kochendem Wasser. Sobald dieses auf etwa 30 Grad abgekühlt ist, badest du deine Füsse eine Viertelstunde darin.
  • Ein Heublumen-Säckli lindert diverse Schmerzen, indem es für ca. eine Stunde auf die schmerzende Stelle aufgelegt und mit einem trockenen Tuch abgedeckt wird. Du kannst dafür zum Beispiel einen kleinen Kissenbezug aus Leinen oder Baumwolle nehmen, in welches du die Heublumen füllst. Im Wasserdampf auf etwa 40 – 42 Grad erwärmen und sogleich anwenden.
  • Eine Wohltat ist ein Heublumen-Bad. Du brauchst dafür ungefähr 500 Gramm Heublumen, die du mit 3 Litern kochendem Wasser aufgiesst und zugedeckt eine Viertelstunde ziehen lässt. Dann durch ein Sieb direkt ins Badewasser geben. Dieses sollte Körpertemperatur, höchstens jedoch 38 Grad, haben. Nach einer Viertelstunde steigst du aus dem Bad, trocknest dich ab und ruhst dich eine halbe Stunde aus.

Wahrscheinlich gibt es noch mehr Anwendungsmöglichkeiten? Die hier genannten sind die, die ich kenne und gerne empfehle. Wenn du weitere Tipps hast, kannst du die gerne im Kommentarfeld unter diesem Beitrag mitteilen!

Bitte beachte:

  • Heublumen werden jeweils nur einmal verwendet, danach müssen sie weg.
  • Die Inhaltsstoffe verfliegen mit der Zeit, weshalb Heublumen maximal ein Jahr aufbewahrt werden sollten. Sie dürfen übrigens während der Lagerung niemals nass oder feucht werden, weil sie schnell schimmeln.
  • Solltest du schwanger sein, besprich bitte die Verwendung von Heublumen vorher mit deiner Frauenärztin!
  • Leidest du unter Heuschnupfen und bist du speziell auf Gräser allergisch, musst du möglicherweise auf die Anwendung von Heublumen verzichten.

Grundsätzlich gilt, dass bei länger anhaltenden Beschwerden der Arzt aufgesucht werden muss!




Bünder Heusuppe

Foto: Pixabay.com

Kannst du nicht genug von duftendem Heu bekommen? Dann habe ich hier ein Rezept aus Graubünden für dich. Verwende aber dafür unbedingt frisches Bioheu!

  1. Aus einem Esslöffel Butter und ca. 80 Gramm Mehl eine Mehlschwitze bereiten.
  2. 750 ml Wasser aufkochen lassen und 100 Gramm frisches Heu dazu geben. Topf vom Herd nehmen, zugedeckt eine halbe Stunde ziehen lassen.
  3. Abseihen, nochmals aufkochen und mit der Mehlschwitze binden.
  4. Mit Salz und Pfeffer würzen und 1 Becher Schlagrahm einrühren.
  5. In tiefe Teller verteilen, eventuell mit essbaren Blüten (z.B. Gänseblüemli) garnieren und sofort servieren.

Willst du mal bei der Heuernte dabei sein?

Viele Bergbauernfamilien sind sehr froh um helfende Hände, vor allem im Sommer, wenn es ans Heuen geht. Ich werde in diesem Jahr auch wieder mitmachen.

Die Caritas vermittelt regelmässig Bergeinsätze, du findest freie Plätze unter diesem Link.




2 Kommentare

  1. Das ist dann ja mal ein interessanter Beitrag. Ich habe noch nie von Heublumen gehört und zuerst gedacht da würde es um diese getrocknente Strohblumen gehen. Mal schauen wo ich solche Heublumen auftreiben kann.

  2. Hallo Carola,
    die findest du ganz bestimmt. Falls du in einer Grossstadt wohnst, halt in der Apotheke, ansonsten, wie beschrieben: einfach mal direkt auf einem Biohof fragen.
    LG Sabine

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