18’500 Schritte über den Bachtel

Wanderung im Zürcher Oberland

Mädelswanderung bei hochsommerlichen Temperaturen

Macht nichts, wenn die Wandersmänner streiken oder müde sind, dann machen wir halt einen Frauenwandertag. So wie vorgestern über den Bachtel!




Die Wanderausschreibung hatte Hunderte Klicks, aber keiner merkte, dass mir ein Fehler unterlaufen war: Es handelte sich gar nicht um eine Rundwanderung. Eigentlich hätten wir den gleichen Weg hoch- und runterlaufen sollen. Zumindest, wenn wir nach dem angegebenen Link hätten wandern wollen. Nun, viele Wege führen auf den Bachtel und auch wieder hinunter. Allerdings stellten wir (mal wieder) fest, dass die Wanderwege im Kanton Zürich teilweise unzureichend ausgeschildert sind. Auf unserer gestrigen Strecke waren sie mitunter auch ungepflegt bis fast nicht begehbar.

Glücklicherweise waren wir so ein gutes Team, dass wir alles mit Geduld und Humor nahmen und einen wirklich wunderschönen Tag zusammen verbrachten.




Der Aufstieg war abwechslungsreich, führte zum Schluss über viele Stufen, die aber im Schatten des Waldes lagen. Nach einer Rast auf schattigen Treppen gönnten wir uns leckere Eisbecher auf dem Bachtel Kulm und waren froh, den Tag so entspannt geniessen zu können. Keine Ehemänner daheim, die aufs Nachtessen warten, wenn sie vom Kegelclub-Ausflug nach Hause kommen. (Kleiner Insider, das versteht nur, wer gestern dabei war oder gleichzeitig auf der Bachtelterrasse sass 🙂 ) Wir hatten jedenfalls unseren Spass!

Der Rückweg wurde immer abenteuerlicher und zeigte uns den Kanton Zürich von einer ungewohnten Seite: Vernachlässigte Bauernhöfe, Wanderwege, die als solche nicht mehr zu erkennen waren und eigentlich ein Schild bekommen sollten: „Begehen auf eigene Gefahr“ … ausserdem ziemlich viele Häuser mit ungepflegten Gärten. Ist das Zürcher Oberland ausgestorben? Einen Bewohner trafen wir dann doch und der wusste nicht mal, dass 20 Meter von seinem Hof weg ein Wanderweg durchgeht.

Besser gefiel uns da die Aussicht: Das Alpenpanorama war vor allem am Nachmittag zum Greifen nahe. Aber auch die Landschaft im Zürcher Oberland ist sehr schön. Ausserdem trafen wir nur zufriedene Tiere: Kühe mit Hörnern, Schweine mit Auslauf, neugierige Kälbli, glücklicherweise keine Hofhunde.

Wie nahmen uns ausreichend Zeit für den Rückweg, die Sonne brannte erbarmungslos und so legten wir die eine oder andere Pause ein, wenn wir irgendwo Schatten fanden. Eine nette junge Bäuerin mit einem sehr schönen und aufgeräumten Hof (muss auch mal gesagt werden) füllte unsere Wasserflaschen und bot sogar an, uns nach Gibswil zu fahren. Aber die letzte Stunde wollten wir dann auch noch laufen: Das erste Stück durch einen idyllischen Tobel, dann wieder an der prallen Sonne. Schliesslich tauchten sogar Wegweiser nach Gibswil auf, aber inzwischen waren wir geübt darin, auch ohne vorwärts zu kommen.

Unsere abenteuerliche, schöne Hochsommerwanderung endete im Garten des Restaurants Gibswilerstube bei einem kühlen Panaché.

Danke Mädels für den lässigen Tag! Jederzeit gerne wieder … und wenn die Herren müde sind, pffff …. wir finden unseren Weg auch alleine 🙂 Und wenn sie nächstes Mal nicht „streiken“, nehmen wir sie natürlich sehr gerne wieder mit. Selbstverständlich sind auch neue Wanderkolleginnen und -kollegen immer herzlich willkommen!




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