Mädesüss – eine weitere Heilpflanze am Wanderweg

Das gut verträgliche Aspirin, gratis aus der Natur

Natürlich tauschen wir uns unterwegs auf Wanderungen auch über die Blumen und Kräuter entlang der Wanderwege aus. Und wenn ein Heilkraut auf besonderes Interesse stösst, stelle ich es gerne hier für euch vor. Heute also eines, welches ich ganz besonders mag: Das Mädesüss.

Ich hatte das Mädesüss vergessen, bis es mir vor einigen Jahren als wirkungsvolles und magenschonendes Schmerzmittel empfohlen wurde. Der Name Mädesüss sagte mir, obwohl ich viele einheimische Pflanzen und zum grossen Teil auch deren Verwendung kenne, erstmal gar nichts. Aber ich machte mich auf die Suche. Zuerst in Google und dann in der Natur.

Mädesüss – auch als Bocksbart, Metkraut, Honigblüte oder Wiesengeissbart bekannt




Natürlich erkannte ich das erwähnte Heilkraut dann auch gleich wieder: Wir nannten das Mädesüss früher Bocksbart und pflückten es als Kinder für Feld- und Wiesen-Blumensträusse. Ich mochte die Pflanze schon damals wegen ihres Geruchs, der mich ein bisschen an Mandeln erinnerte. Unsere Grossmutter kochte daraus leckeren Sirup.

Mädesüss-Sirup mit Birkenzucker

Sirup mag noch so fein schmecken: Er enthält doch sehr viel Zucker. Also sagte ich mir: Warum nicht einfach selber machen und Echten Birkenzucker (Xylit), verwenden? Das ist natürlich für jede Art von selbstgemachten Sirup, Desserts und Limonaden die beste Wahl. Probiert es mal aus!

Mädesüss-Sirup selber machen kann übrigens wirklich jeder 😉

Hier eine einfache Anleitung:

  • 1 Kilo (Birken)zucker mit einem Liter Wasser aufkochen.
  • Vom Herd nehmen und rühren, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat.
  • In ein ausreichend grosses Gefäss giessen.
  • Schale von zwei Bio-Zitronen abreiben und die Früchte auspressen. Zitronensaft und abgeschriebene Schale zum Zuckerwasser geben.
  • 2 grosse Hände voll Mädesüssblüten untermischen.
  • Zugedeckt an einem dunkle, kühlen Ort drei bis vier Tage ziehen lassen, während dieser Zeit öfters umrühren.

(In vielen Rezepten, die ihr im Internet finden könnt, wird ausserdem Zitronensäure hinzugefügt. Ich verwende lieber etwas mehr frischen Zitronensaft. Wer sich über Zitronensäure informieren möchte, kann dies zum Beispiel hier tun und sich eine eigene Meinung bilden.)

  • Flaschen auskochen, sie müssen steril sein.
  • Den Sirup durch ein Sieb in die Flaschen abgiessen und diese fest verschliessen.

Der Mädesüss-Sirup ist bis zur nächsten Saison haltbar.

Mädesüss – rund um die Heilpflanze

Bevor ihr das nächste Mal zu Mitteln aus der Apotheke greift, wenn euch Gelenk-, Kopf- oder Gliederschmerzen plagen, könnt ihr die Wirkung von Mädesüss testen. Ein Gläschen vom Sirup oder ein frisch gebrühter Tee aus getrocknetem Bocksbart hat die gleiche Wirkung wie ein Aspirin. Das Heilkraut enthält in natürlicher Form Salicylsäure-Verbindungen und ausserdem Gerbstoffe, Kieselsäure und Flavonoide. Wer Aspirin wegen Magenproblemen nicht nehmen kann oder darf, muss sich bei Mädesüss keine Gedanken machen, denn es soll sogar bei leichteren Magen- und Darm-Problemen Linderung schaffen und zu viel Magensäure binden. Ein Tee aus Mädesüss ist ein hilfreiches Getränk bei Erkältungen mit oder ohne erhöhter Temperatur. Vor allem mit Linden- und Holunderblüten vermischt, habt ihr einen wirksamen Erkältungstee. Heilkundige Frauen setzen Mädesüss schon im Mittelalter gegen die genannten Beschwerden sowie bei Harnwegsbeschwerden und Stoffwechselstörungen ein.




Wenn ihr euch näher mit der Heilwirkung von Mädesüss befassen möchtet, findet ihr in Kräuterbüchern und natürlich auch im Internet jede Menge weitere Informationen.

Hier habe ich für euch ein Video mit super Tipps, was ihr sonst noch mit dem Bockskraut machen könnt sowie eine Zusammenstellung von Kräuterbüchern rausgesucht. Wenn ihr Lust habt, schaut mal rein!

Das solltet ihr beachten, wenn ihr von einer Wanderung Mädesüss mit nach Hause nehmen möchtet:

  • Heilkräuter sollten an trockenen, sonnigen Tagen gesammelt werden.
  • Jetzt, im Mai findet ihr blühendes Bockskraut vor allem im Unterland. In den Voralpen blüht es bis in den Spätsommer.
  • Es wächst entlang von Bächen und Flüssen, in feuchten Wiesen und Gräben und fühlt sich auf nährstoffreichen Ton- und Lehmböden am wohlsten.
  • Schaut euch die Pflanzen vor dem Pflücken gut an: Helle Flecken auf den Blättern lassen auf Pilze schliessen. Auch kann das Kraut von Blattläusen befallen sein. In dem Fall lasst ihr das Mädesüss natürlich dort, wo es ist und haltet nach gesunden Kräutern Ausschau.
  • Insekten lieben das Süsse Aroma. Bevor Ihr euch auf den Heimweg macht, schüttelt deshalb den Strauss vorsichtig aus.
  • Zu Hause angekommen, kocht ihr entweder Sirup oder hängt das Mädesüss zum Strauss gebunden kopfüber zum Trocken auf. Ihr könnt es auch im Backofen bei niedriger Temperatur und leicht geöffneter Backofentüre trocknen. Dann kommen restliche Insekten sehr schnell herausgekrochen und können noch gerettet und im Freien ausgesetzt werden.

Mädesüss – das «Kleingedruckte»

Auch wenn die Heilpflanze im Vergleich zum künstliche hergestellten Aspirin einige Vorteile aufzuweisen hat, gibt es wichtige Warnhinweise:

Mädesüss wirkt blutverdünnend. Wer auf ärztliche Anordnung keine Blutverdünner nehmen darf, muss also leider auf diese Heilpflanze verzichten! Das gilt auch für gleichzeitige Einnahme von Antibiotika und für insulinabhängige Diabetiker.

Wenn Ihr Ergänzungen und Anregungen habt, dürft ihr diese sehr gerne im Kommentarfeld unter diesem Beitrag mitteilen!





Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*