Es ist wieder Bärlauchzeit!

Bärlauch im Wald

Bärlauch – Antworten auf die Fragen meiner Wanderkollegen

Die Fühlingssonne lässt die Natur aufblühen, die Zugvögel kehren heim, die Temperaturen klettern und im Wald duftet es wieder fein nach Knoblauch. Endlich ist Bärlauchzeit! Bärlauch ist eine der am häufigsten auf Wanderungen gepflückten Wildpflanzen. Das ist jedenfalls meine Erfahrung. Klar, dass im Sommer Beeren und im Herbst Pilze gesammelt werden. Aber an Wildkräutern und Heilpflanzen laufen viele Wanderer achtlos vorbei.

Bärlauchzeit
Die dekorativen Blüten sind essbar

So viel ist schon über den Bärlauch geschrieben worden …





Viele Gesundheitsmagazine, Kochblogs und Heilpflanzenseiten haben den Bärlauch schon ausgiebig vorgestellt. Braucht es da wirklich noch einen weiteren Bärlauchtext? Da jedes Jahr zu dieser Jahreszeit auf Wanderungen Fragen kommen, fasse ich hier die wichtigsten Infos und Warnhinweise zusammen. Und ein paar Tipps für die Verwendung der super gesunden Pflanze habe ich auch noch für euch.

Ernten könnt ihr den Bärlauch übrigens nicht nur in krautreichen Laub- und Auenwäldern, sondern bis zu einer Höhe von etwa 1000 Metern in Bergmischwäldern. Er fühlt sich an schattigen, feuchten Orten wohl.

Ab wann ist Bärlauchzeit?

Die Bärlauchzeit beginnt etwa im März/April. Bis in den Mai hinein können die Blätter gesammelt werden. Die jungen Blätter sind zart und geben den Speisen ein feines Knoblaucharoma. Sobald der Bärlauch blüht, solltest du keine Blätter mehr ernten. Sie werden dann hart und bitter. Meistens blühen nicht alle zur gleichen Zeit, sodass auch zwischen blühenden Bärlauchpflanzen noch junge Blättli gefunden werden können.

Wichtig:

Es sollte nie die ganze Pflanze geerntet werden, sondern jeweils nur ein Blatt.

Im Mai ist die Bärlauchzeit noch nicht zu Ende, ab Juni können nämlich die Samen geerntet werden.

Bärlauchzeit
Im Frühling ist Bärlauchzeit

ACHTUNG Verwechslungsgefahr!

Bärlauch kann mit Maiglöckchen, Herbstzeitlosen sowie dem Aronstab verwechselt werden. Diese Pflanzen sind giftig und es gibt auch immer wieder Todesfälle, weil sie  anstelle von Bärlauch verzehrt wurden. Das eindeutigste Zeichen dafür, dass du es mit Bärlauch zu tun hast, ist sein Duft. Du kannst das Blatt leicht mit den Fingern zerreiben. Riecht es nach Knoblauch, dann ist alles gut. Andernfalls bitte unbedingt stehen lassen!

Solltest du nach dem Genuss von Speisen mit Bärlauch unter Übelkeit, Durchfall, Erbrechen oder Herzrhythmusstörungen leiden, gilt es, schnellstens Hilfe zu rufen:

Schweizer Notruf, Toxikologisches Institut Zürich Telefon: 145

Besteht der  Verdacht auf eine Vergiftung, am besten Reste der Pflanzen mit ins Spital nehmen.



Was kann Bärlauch für deine Gesundheit tun?

  • Seine antibakterielle Wirkung lindert Magen- und Darmstörungen.
  • Er senkt einen zu hohen Cholesterinspiegel und einen hohen Blutdruck.
  • Er schützt die Gefässe und beugt somit Schlaganfall und Herzinfarkt vor.
  • Er reinigt das Blut, wirkt entzündungshemmend und schleimlösend.
  • Er bringt den Stoffwechsel auf Trab und gibt neue Energie.
  • Er beruhigt entzündete Haut.
  • Er wirkt appetitanregend.

Das heisst: Die Naturmedizin verwendet den Bärlauch ähnlich wie Knoblauch.

Natürlich können Heilpflanzen bei länger anhaltenden oder ernsten Krankheiten den Arztbesuch nicht ersetzen! Eine gesunde Ernährung stärkt aber den Körper und kann Krankheiten vorbeugen. Leichte Beschwerden können mithilfe der Naturmedizin gelindert werden. Selbstverständlich kann und will ich hier keine Heilversprechen machen.

Bärlauch als 1. Hilfe-Mittel bei oberflächlichen Wunden

Mit frischen Bärlauchblättern kannst du bei oberflächlichen Wunden oder Furunkeln einen Umschlag machen. Dafür die frischen Blätter waschen, zerstampfen und dann mit etwas siedendem Wasser übergiessen. Den Bärlauchbrei in ein Mulltuch einschlagen und auf die verletzte Stelle legen, bis der Umschlag abgekühlt ist. Eventuell später wiederholen.

 

Die Bärlauchzeit bringt Abwechslung in die Küche

Bärlauchzeit
Bärlauchpesto – sehr fein!

Die Blätter




Die Bärlauchblätter kannst du zum Beispiel für Kräuterbutter, Kräuterquark, als Brotbelag und für Salate verwenden. Sie passen in Suppen, Sossen und in Gemüsespeisen. Und wenn du Bärlauch so sehr magst, dass du ihn nicht nur rund zwei Monate lang geniessen möchtest, kannst du auch Pesto daraus machen. Mit Öl bedeckt hält sich das einige Wochen im Kühlschrank. So kannst du die Bärlauchzeit verlängern. Eine andere Möglichkeit, Bärlauch bis in den Herbst hinein geniessen zu können ist, Bärlauchbutter einzufrieren.

Blüten und Blütenknospen

Die hübschen weissen Bärlauchblüten sind essbar und eignen sich deshalb zum Dekorieren von Salaten, Suppen, kalten Platten etc. Die Knospen lassen sich in Essig und Öl oder in Salzlage einlegen.

Bärlauchsamen

Ist der Samen noch frisch und grün, wird er wie grüner Pfeffer verwendet. Das heisst, du kann damit Speissen würzen, ihn über Salate streuen und – ganz lecker – Frischkäse damit vermischen. Die reifen Samen können als trockenes Gewürz verwendet werden und geben mit ihrem pfeffrigen Geschmack vielen Speisen eine feine Note.

Meine Rezept für Bärlauchpesto schreibe ich in den nächsten Tagen auf meiner Seite Vorratshaltung.ch auf. Schaut doch auch dort bald einmal vorbei!

Möchtest du etwas ergänzen? Hast du auch Tipps bezüglich Bärlauch? Dann benutze bitte das Kommentarfeld unter diesem Beitrag! 🙂




Fotos in diesem Beitrag: pixabay.de

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