Huflattich

Huflattich

Wenn der Huflattich blüht, steht der Frühling vor der Tür

Huflattich ist eine der ersten Heilpflanzen, welche ihr im Vorfrühling sammeln könnt. Und mit ihm startet die neue Rubrik: „Die kleinen Dinge am Wegrand“.




 

Heilkräftige Pflanzen am (Wander)wegrand – der Huflattich

Kaum ist der Schnee geschmolzen, recken die ersten Pflänzchen ihre Blüten und Blätter der Frühlingssonne entgegen. Bereits Ende Februar könnt ihr gesunde Wildpflanzen sammeln. Viele, die lange Zeit als Unkraut angesehen und vernichtet wurden, schätzten unsere Vorfahren in Küche und Naturmedizin. Manche kennen wir alle, dazu gehören Gänseblüemli, Brennnesseln oder Löwenzahn. Andere gerieten im Laufe der Zeit immer mehr in Vergessenheit.

Aber auch wenn die meisten von uns einige Pflanzen problemlos bestimmen können, so ging doch das Wissen um die Heilkraft weitestegehend verloren. Jedoch liegt es seit ein paar Jahren im Trend, sich wieder vermehrt mit der Pflanzenheilkunde und alternativen Heilmethoden zu befassen.

Schon Hippokrates sagte:

„Lass die Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung!“

Huflattich, Heilpflanze

Da auf allgemeinen Wanderungen nie alle Teilnehmer Interesse daran haben, Heilkräuter zu sammeln, plane ich, gemeinsam mit einer Naturärztin, in diesem Jahr die eine oder andere Wanderung anzubieten, welche uns die Wildpflanzen und ihre Heilwirkung näherbringen wird. Denn, obwohl ich selbst viele Pflanzen kenne und nutze, habe ich ein solch vertieftes Wissen nicht. Die Kräuter-Wanderungen werden dann speziell ausgeschrieben, bisher haben wir noch keine festen Daten ins Auge gefasst. Schaut also regelmässig hier vorbei und/oder tragt euch für den Newsletter ein!

In der neuen Rubrik wird es allgemein um die kleinen Dingen am Wegrand gehen. Dazu gehören natürlich auch die Wildpflanzen. Gerne stelle ich euch so nach und nach jene vor, die ich seit Kindheit kenne und auch heute noch (oder wieder) nutze. Wenn du dich für das Thema Selbstversorgung interessierst, schau doch auch mal auf meiner anderen Seite „Vorratshaltung – Selbstversorgung – Notvorrat“ vorbei!

Huflattich – die ganze Pflanze lässt sich in Küche und Naturapotheke verwenden.

  • Wer an (schneefreien) Wintertagen Wurzeln sammelt, sollte auch an den Huflattich denken: Klein geschnitten lassen sich seine Wurzeln nämlich zu leckeren Bratlingen verarbeiten.
  • Die in warmem Gelb leuchtenden Blüten sind ebenfalls essbar und sehen dekorativ auf Butterbrot oder in Salaten aus. Natürlich kannst du sie auch als essbare Dekoration auf anderen Speisen verwenden. Getrocknet passen sie in Teemischungen.
  • Etwa ab Mai spriessen die jungen Blättli des Huflattichs. Diese werten gemischte Salate auf und können wie Spinat zubereitet werden.
  • Sind die Blätter ausgewachsen, finden sie getrocknet als Tee Verwendung. Natürlich können sie dafür mit den Blüten oder anderen Kräutern gemischt werden.

Die Heilwirkung

Huflattich wirkt

  • entzündungshemmend
  • antibakteriell
  • blutstillend
  • schweisstreibend
  • schleimlösend und

regt ausserdem den Stoffwechsel und die Verdauung an.

Er ist bei Erkältungskrankheiten und kleinen Wunden ein gutes Mittel.



Die Anwendung:

Als Tee lindert Huflattich Husten, Bronchitis und asthmatische Beschwerden. Dafür einen gehäuften Esslöffel getrocknete Huflattichblätter mit 250 ml siedendem Wasser übergiessen und 10 Minuten ziehen lassen. Mit Honig süssen und dreimal täglich eine Tasse trinken.

Dieser Tee eignet sich auch bei Entzündungen in Mund und Rachen zum Spülen und Gurgeln.

Bei Problemen mit fettiger, unreiner Haut, hilft eine Huflattich-Tinktur. Dafür wird ein Esslöffel getrockneter Huflattichblätter in ein gut verschliessbares Gefäss gegeben und mit 100 ml hochprozentigem Alkohol übergossen. Gut verschlossen an einem warmen Ort rund zwei bis drei Wochen ziehen lassen. Dann abseihen und wieder in eine verschliessbare Flasche füllen. Mit dieser Tinktur wird die Haut bei Bedarf abgerieben. Bei Akne kann sie direkt auf die Hautunreinheiten und Pickel aufgetupft werden.

Ein Tipp (nicht nur) für Wanderer: Geschwollene Füsse und Gelenke erfahren ebenfalls dank Huflattich Linderung. Dafür gibt es zwei Anwendungsmöglichkeiten:

  • Geschwollene Füsse freuen sich über ein Fussbald mit Huflattich. Dafür zwei Hände voll Huflattichblätter mit einem Liter Wasser aufkochen. Ein paar Minuten ziehen lassen und durch ein feines Sieb ins Fussbald giessen. Darin die Füsse ca. 15 bis 20 Minuten baden.
  • Geschwollene Gelenke können mit frischen Huflattichblättern behandelt werden. Dafür zerdrückst du diese, legst sie direkt auf die betroffene Stelle auf und bedeckst sie mit einem Tuch. Dadurch soll die Wärme herausgezogen werden. Diese Anwendung soll auch bei Husten (auf die Brust aufgelegt) oder bei Geschwüren helfen.

Natürlich musst du bei länger anhaltenden Beschwerden deinen Hausarzt aufsuchen! Wichtig: Huflattich darf nicht bei Kindern oder Schwangeren angewendet werden.

 

Huflattich

Kann man Huflattich mit anderen Pflanzen verwechseln?




Wenn du keine Erfahrung mit Heilpflanzen hast, musst du vorsichtig sein. Einige Pflanzen können leicht mit ungeniessbaren oder gar giftigen Pflanzen verwechselt werden. Die Blätter des Huflattichs ähneln jenen des Pestwurzes. Jedoch unterscheiden sich die Blüten der beiden Pflanzen deutlich. Huflattichsamen und -blüten ähneln jenen des Löwenzahnes, sind jedoch kleiner. Der geschuppte Blütenstiel kommt nur beim Huflattich, nicht beim Löwenzahn, vor. Eigentlich ist eine Verwechslung mit dem Löwenzahn nicht möglich, denn die Blätter haben keinerlei Ähnlichkeit. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal: Anders als der Löwenzahn wächst die Huflattichblüte nicht aus einer Blattrosette. Der Huflattich blüht, noch bevor überhaupt ein Blatt zu sehen ist.

 

Quelle Fotos: Die beiden mit dem blauen Himmel sind von pixabay.de, das mit dem schwarzen Hintergrund ist mein eigenes.

Wenn du auch schon Erfahrungen mit Huflattich gemacht hast, darfst du diese gern mit uns teilen. Bitte benutze dafür das Kommentarfeld unter diesem Beitrag!

 




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