Zwischen Andermatt und Zumdorf – Schneeschuhwochenende

Andermatt und Zumdorf

Auf Schneeschuhen unterwegs zwischen Andermatt und Zumdorf

Schneeschuhlaufen im Urserntal, zwischen Andermatt und Zumdorf, Übernachtung im Gasthaus „Zum Dörfli“ – ein lustiges Wochenende liegt hinter uns 🙂




Andermatt und Zumdorf

Mit dabei waren: Paul, Hans Peter und ich.

Obwohl wir zuletzt lässige Gruppen und recht viel Anfragen hatten, scheint eine Übernachtung auswärts für die meisten Wanderer nicht interessant zu sein. Aber was will man machen, wenn eine Vollmondwanderung gewünscht wird und nicht alle im gleichen Ort oder Kanton wohnen? Richtig: Man sucht ein urchiges Berggasthaus an einem ganz speziellen Ort. Zum Beispiel das Zum Dörfli in Zumdorf im Urserntal. Das muss natürlich auch die perfekte Lage für uns haben:

  • sichere, abwechslungsreiche Schneeschuhrouten,
  • dazu wenig überlaufen
  • und möglichst frei von Reisegruppen und nervigen Touristen.
  • Gut mit den ÖV erreichbar (Zürich – Andermatt mit der SBB nur zwei Stunden!).
  • Und schneesicher.

Gesucht, gefunden, ausgeschrieben!

1. Tag

Zuerst einmal haben wir vergeblich auf weitere Wanderbegleitung gewartet. Eine Frau, die erstmals mitkommen wollte, erschien nicht. Sie hatte zuerst Bedenken, mit uns „Alten“ unterwegs zu sein, wollte schliesslich jedoch trotzdem teilnehmen. Deshalb auch hier mal wieder der Hinweis:

Wer auf eigenen Füssen stehen und laufen kann, ist immer willkommen, egal, ob 4 Jahre oder 80. Bisher hatte diesbezüglich wirklich noch keiner Probleme. Und irgendwen aufgrund des Alters oder der Herkunft auszuschliessen, das gibt es bei uns nicht!

Weder im Zürcher Hauptbahnhof am Gleis 6, noch beim Umsteigen in Arth Goldau, Erstfeld oder Göschenen konnten wir eine einzelne Frau mit Schneeschuhen finden. Auch in Andermatt kletterten mit uns nur Skifahrer oder mit Schlitten bewaffnete Familien aus der Matterhorn-Gotthard-Bahn. Wir warteten noch einen Moment und  beschlossen dann, halt zu dritt loszuziehen. Auf die 50+ Truppe war eben Verlass! 😉




 

Nach dem Startkaffee (und Torte für Paul) ging’s erst einmal in ein Sportgeschäft, da ich noch Schneeteller für meine Wanderstöcke brauchte. Ein Tipp: Gute Beratung, guter Service, tolles Sortiment: Meyers Sporthaus Andermatt. Hatten wir auf der Fahrt beim Anblick der Schneereste ringsum noch Zweifel, ob wir die Schneeschuhe überhaupt benötigen, so waren wir doch schon bald froh darum: Über Nacht waren im Urserntal nochmals ca. 15 cm herrlicher Pulverschnee gefallen, der, noch vollkommen spurenfrei, vor uns glitzerte und nur darauf wartete, dass wir endlich drauflos stapften.

Weit kamen wir allerdings nicht, da schauten uns herzige junge Rinder neugierig entgegen. Und da ich Kühen, Kälbli, Rindern und Landluft nicht widerstehen kann, gab es erstmal eine ausgiebige Streichelrunde.

Aber dann hielt uns wirklich nichts mehr auf. Die Vorfreude auf Zumdorf und das bestellte Fondue liessen uns zügig voran marschieren. Naja … wenigstens Paul gab so richtig Gas. Und so einfach war das gar nicht: Bis Hospenthal hatten wir Gegenwind, der nicht nur das Laufen erschwerte, sondern die gefühlte Temperatur in einen deutlich zweistelligen Bereich absinken liess.

Zumdorf Andermatt
Diese hier hatten natürlich Spass am Wind … was es doch für verrückte Sportarten gibt!!





Somit wurden wir auf der doch eigentlich einfachen, gemütlichen Strecke schon ein wenig gefordert. Erst kurz vor Hospenthal, Zumdorf war noch nicht in Sicht, gönnten wir uns im Schutz eines Kuhstalls eine kleine Pause. Hans Peter spendierte eine Runde Studentenfutter und als wir uns wieder auf die Socken – oder besser gesagt: auf die grossen Latschen – machten, war der eisige Wind verschwunden.

Zumdorf Andermatt

Nicht wie geplant 16 Uhr, sondern eine Stunde später, kamen wir schliesslich in Zumdorf an. Die Strecke zwischen Andermatt und Zumdorf ist auf den Wegweisern mit rund 1.5 Stunden angegeben. Das mag im Sommer hinkommen. Im Winter muss mehr Zeit eingerechnet werden. Kommen Gegenwind und herzige Kälbli dazu, dann sowieso.

Zumdorf das kleinste Dorf der Schweiz

Das malerische Minidorf Zumdorf ist das kleinste Dorf der Schweiz und der ideale Ort, um mal den Alltag so richtig hinter sich zu lassen.
Ein feiner Hauskaffee (Was genau war da eigentlich drin?) erwartete uns zur Begrüssung und dann wollten wir einfach nur noch raus aus den Skihosen und den dicken Klamotten. Die Männer wurden ins bequeme Touristenlager verfrachtet, während ich das noch viel gemütlichere Doppelzimmer beziehen durfte 😀 (inkl. traumhafter Bergsicht).

Später trafen wir uns zum Fondue in der Gaststube wieder.  Es war eines der besten Fondues, die wir je hatten! Ich hab ganz vergessen, nach der Mischung zu fragen. Aber wer weiss, ob man uns diese verraten hätte …





Nach dem super leckeren Essen machten die Herren etwas schlapp. Zwar konnte ich sie noch zu einer Nachtwanderung (leider ohne den versprochenen Vollmond) überreden, schliesslich war diese von Anfang an geplant. Aber nach kurzer Zeit bereits quengelte einer, dass er zurück möchte. Der andere schloss sich ihm an. Weiss nicht, ob das so ein „Solidarität unter Männern Dingens“ war oder ob die gar Angst hatten (?) – jedenfalls wollte ich die klare, frische Winterluft und die Stille der Nacht in den Bergen noch geniessen. Es war wunderschön, alleine durch die unbeschreiblich ruhige Natur zu stapfen, nichts, ausser dem Knirschen des Schnees unter den Sohlen war zu hören. Nur die Stirnlampe beleuchtete die allernächste Umgebung ein wenig.
Es gab keine wilden Tiere und erforen bin ich auch nicht!

Zumdorf bei Nacht:

Andermatt Zumdorf

Als ich später wieder in der Gaststube eintraf, sassen die Herren bereits beim Schlummertrunk.

2. Tag

Pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk versammelten wir uns 9 Uhr zum Frühstück. Die Jungs waren putzmunter und hatten scheinbar wunderbar geschlafen. Naja, wer weiss, was die alles gebechert hatten, nachdem sie mich nachts alleine in der Wildnis zurückliessen. 😉 Ich dagegen lag, Vollmond sei dank, fast die ganze Nacht wach. Irgendwo muss der Mond also gewesen sein. Schlaflos in Zumdorf …

Nach zwei Tassen schwarzen Kaffees war aber auch ich wieder fit und parat für die nächste Schneeschuhwanderung. Vorher besuchten wir noch die kleine Kapelle von Zumdorf. Sie ist bekannt als einer der vielen Kraftorte im Urserntal. In der Rubik „Ausflugstipps“ werde ich euch Zumdorf und seine Kapelle noch genauer vorstellen.

Zumdorf kleinstes Dorf der Schweiz

Hier also weiter im Rückblick:

Schneeschuhwandern Zumdorf

Wir waren uns gleich einig, nicht erst nach Realp zu wandern, sondern gleich retour nach Andermatt. Mit Schneeschuhen kann man ja weitestgehend querfeldein laufen, sodass wir nicht genau die gleiche Strecke wie am Vortag nehmen mussten. Nach dem Abschied von dem herzigen Gasthaus und den netten Wirtsleuten stapften wir also wieder los. Wieder war es auf dem Abschnitt zwischen Zumdorf und Hospental beinahe schon windstill, aber eben nur bis Hospenthal. Langweilig jedoch wurde es uns gar nicht: Wir entdeckten einen Schneeschuhpfad, den vor uns noch kein Mensch gegangen ist. Er führte, gut ausgewiesen, etwa bis Hospenthal.




Nur Tierspuren waren im Pulverschnee zu sehen. Dieser Abschnitt unserer Wanderung war der Schönste. Bergauf ging es nur mässig und problemlos, bergab war es einfach nur herrlich im stiebenden Schnee. Mit viel Lachen und Blödeln kamen wir kaum voran und versuchten uns mal wieder an Selbstauslöserfotos. Mit Schneeschuhen ist das gar nicht so einfach, dass derjenige, der die Kamera betätigt, rechtzeitig mit ins Bild springt …

 

Im Gasthaus Zum Dörfli hatte man uns für den Heimweg heissen Hagebuttentee eingepackt (Es hiess zwar, es wäre ein Beruhigungstee … wie fürsorglich!! Sowas tut schon Not, alleine mit zwei Männern! 😉 ) und wir legten beim gleichen Stall wie am Vortag eine kleine Pause ein. Eigentlich hatten wir schon kurz vorher eine andere Bank ins Auge gefasst, aber da verbellte uns ein wunderschöner Herdenschutzhund, der mit seinem dicken Winterknuddelfell ganz schön gross aussah.

In Andermatt trafen wir pünktlich ein, um den geplanten Zug um 13.41 Uhr zu schaffen. Es blieb noch ausreichend Zeit für einen Kaffee. Spendiert von Paul. (Ich habe versprochen, dies extra lobend zu erwähnen!) :-p

(Dieser kleine Film ist von meinem letzten Ausflug nach Zumdorf, leider hatten wir dieses Mail nicht sooo blauen Himmel)

 

Auf der Heimfahrt schliefen die Männer. Hmmm … Wer hatte nochmal unter dem Vollmond gelitten?! :-O

Schlusswort: Danke Jungs fürs Mitkommen! Ein bisschen anstrengend ist so ein Wochenende schon, aber es war auch richtig cool. Herzliches Dankeschön auch an das Gasthaus Zum Dörfli. Und an Uri für den frischen Pulverschnee und die perfekte Bergkulisse!

 

Ich freue mich schon auf viele weitere Wanderabenteuer, egal, ob ein- oder mehrtägig!!




Neue, aufgestellte Naturfreunde – jeden Alters! – sind immer willkommen. Unser Programm wird kurzfristig gestaltet, also schaue doch bald wieder hier vorbei! Da ich letztes Jahr wegen einer Verletzung lange pausieren musste, kann und will ich nicht von Null auf Hundert starten. Es wird gemütlich weitergehen 🙂 

Die Fotos hat unsere Truppe unterwegs gemacht.  Das super schöne Winterfoto von Zumdorf hat mir das Restaurant Zum Dörfli zur Verfügung gestellt.

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2 Kommentare

  1. Sabine super Bericht, genau wie der Anlass mit dieser kleinen Truppe war, wo liegt da das Problem mit den Jungen, auch sie werden älter. Meine Enkel und
    mein Urenkel haben keine Probleme mit dem GP/UGP. Ich bin gerne mit allen Altersklassen unterwegs, vor allem habe ich keine Probleme mit den Kindern.

  2. ja ich stimme euch zu. Alter bedeutet nichts und wir sind mit alle unterwegs gewesen. Wir haben viel erlebt und werden in die Zukunft das gleiche erleben. Es macht einfach spass. Schneeschuh Wandern hat spass gemacht und die Umgebung ist einfach top. Aber die Schweiz ist einfach so.

    Danke fürs Organisierung und mitmachen, gerne wieder

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